Die Pest in Frankenhausen – 1626

“In den folgenden Jahrhunderten gehörte Thüringen mehrfach zu den betroffenen Regionen, so 1597/98, 1611 und 1625/26. Im Zeitraum von 1628 bis 1643 war die Pest in Thüringen ständig gegenwärtig, und sie hat mit mindestens 25.000 Toten mehr Opfer gefordert als die gleichzeitigen Kriegshandlungen.”

“Während jener Zeit brach [in Frankenhausen] 1626 und 1636 erneut die Pest aus und forderte insgesamt 1749 Tote. Gegen Kriegsende lebten in Frankenhausen noch 1500 Personen. Die Siedepfannen waren verfallen und die Salzqualität ließ sehr zu wünschen übrig.”

Warumb solte denn der Todt uns bitter sein … (Fortsetzung unten)

Vorblatt der Jahreseinträge 1626

Seit einiger Zeit sind – zu meiner Überraschung – bisher gesperrte Digitalisate der verfilmten Kirchenbuchzweitschriften Frankenhausens des Thüringischen Staatsarchivs Rudolstadt bei FamilySearch zugänglich. Somit sind nunmehr wohl meine Frankenhäuser Familiendaten per Eintragung aus den Zweitschriften überprüfbar und gegebenenfalls auch zu vervollständigen.

Tote in Frankenhausen, 18. September 1626

Bei Stichproben aus den Todesfällen 1620-1743 fiel das Jahr 1626 mit seiner exorbitanten Zahl von Todesfällen auf. Es gibt Tage, an denen der Pfarrer wohl kaum so schnell schreiben konnte, wie die Toten vor Kirche und Kirchhof kamen. Mit Eintragungen zwischen 10 und 20 Leichen pro Tag waren August und September 1626 offensichtlich die schrecklichsten Monate. Für jeden Toten lediglich eine Zeile. Die Kinder ohne Namen und Alter nach dem Muster: ein Knabe, ein Mädchen.

Das Summenblatt 1626 endet mit 915 Personen, davon mehr als die Hälfte Kinder. 1625 waren es 147, im Folgejahr 1627 dann 110.


Warumb solte denn der Todt uns
bitter sein: Warumb weinen den
wir imTode?
Siehe Christus stehet bey unserem Tode
Und  spricht uns zue, Weine nicht,
Itzo kommt die Zeit der seligen
Heimfahrth. Weine nicht, Itzo wirdt
dein Jammer, Trubsall undt
Elendt, kommen zue eines sehli
gen Endt. Weine nicht, Itzo
wird deine Seele in Abrahams
Schoß getragen, und der ewi
gen Freuden theilhaftigk
werden.
Wer wolte nun diesem Herrn, der uns
so freundlich anredet, nicht
gerne folgen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.