Eine Heirat im Mainzer Dom

Wer sich im Mainzer Dom trauen lässt, muss dem katholischen Glaubensbekenntnis angehören. Diese simple Feststellung musste ich mir wenigstens einmal wiederholen, weil sie für die vergangenen Jahrhunderte für einen Angehörigen der Familie Teuthorn überraschend ist. Und doch ….

fand dort eine interessante Heirat statt, die in den Kirchenbüchern des Doms für den 10. August 1638 eingetragen ist. Gottfried Deuthorn, Apotheker am Dom, heiratet unter diesem Datum die Apothekertochter und Witwe Anna Maria Barthel. Ihre Eltern waren der Apotheker Andreas Weis und seine Frau Felizitas, geborene Faust. Über die Herkunft des Gottfried, der sich latinisierend Godefredus nennt, ist leider noch nichts bekannt. Erst am 5. Mai 1640 wird er Bürger.
Alle weiteren Familienereignisse werden aber in der Kirche St Quintin notiert. Von Gottfrieds Söhnen übernimmt für kurze Zeit Samuel (1640 – etwa 1687) und anschließend von 1687 bis zu seinem Tode im Februar 1709 Johannes Paul die Apotheke. Dessen Witwe (+1723) führt das Geschäft für eine Übergangszeit mit sogenannten Provisoren solange fort, bis Deuthorns Tochter Anna Franziska (*1695) 1715 den Apotheker Heinrich Birrenkoven heiratet. Nach dessen Tod, 1727, muss sie die Apotheke aber aufgeben.

Übrigens, Apotheker war ein Lehrberuf und führte über den Gesellen und Wanderung meist über die Funktion eines Obergesellen/Obergehilfen oder Provisors zum selbständigen Apotheker. Und wie immer ging nichts ohne das nötige Kapital. Das konnte natürlich auch das Erbe der Ehefrau sein. – Von Johannes Paul wird berichtet, er habe außer bei seinem Bruder in Zürich, Darmstadt, Basel, Schlettstadt, Heidelberg und Wien gedient, bevor er über eine Prüfung durch das Domkapitel als Apotheker in Mainz anerkannt wurde.

Aufsatz - Mainzer Dom, Beschreibung - St. Quintin Mainz, Beschreibung

This entry was posted in Auswanderung, Ort/Region and tagged , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.