Briefmarken sammeln ist doof! (?) -

- finde ich heute. Und doch habe ich Jahrzehnte meiner Freizeit damit verbracht. Heute sammle ich Ahnen, was manchem auch doof erscheint. Eine Verbindung zwischen diesen beiden Verrücktheiten ist die Postkarte. Beim Aufräumen wagte ich einen Blick in alte Schachteln und fand unter sogenannten Ganzsachen die zwei genealogisch-geschichtlich interessanten Postkarten.

Am 13. Januar 1956 bedankt sich meine Großmutter aus Graal-Müritz für ein Weihnachtspaket mit Lebensmitteln und schickt ein Bild von Wilhelm Pieck. Wenn das 'mal nicht feine Ironie war!

Regelmäßig wurden wegen des Mangels im Osten Päckchen mit Kaffee, Nylons und anderem Gewünschten von West nach Ost geschickt.

Auf Großvaters Postkarte vom 21.8.1956 ist die Ironie auch verbal deutlich, aber so, dass die DDR-Zensur sie nicht beanstanden kann.

Auf der Rückseite der Karte lobt Großvater Emil seine Enkel, dafür, dass sie im Geschäft der Eltern helfen mit den Worten, “das erkennen wir Aktivisten hier + überall, wo immer es geschieht, hoch an”, und dann wünscht er auf der Vorderseite unserem “Daddy Kraft und Gesundheit, sein Soll zu erfüllen.”

Neben der geschichtlichen Erinnerung aus dem Arbeiter- und Bauernstaat sind durch  Sammeln & Aufbewahren zwei schöne Schriftproben überliefert. Diese Quellen geben aber auch Adressen preis.

Tweets & Posts, die Postkarten von heute, werden “dermaleinst” sicherlich nicht beim Aufräumen gefunden werden.

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