Der Reiz historischer Adressbücher

Für Leipzig weist die Systematik von CompGen Adressbücher von 1701 bis 1949 nach. Die Bezeichnung Adressbuch ist nur eine kategorische. Der jeweilige Titel verrät schon mehr über die Möglichkeiten für den Familien- und Heimatgeschichtsforscher. Nehmen wir Leipzig 1810: Leipziger Adreß-, Post- und Reisekalender auf das Jahr 1810.

Adressbücher verraten uns mehr als Namen und Wohnstraße eines Vorfahren oder einer Ahnin, deren Daten unsere Familiengeschichte bereichern. Sie können eine spannende kulturgeschichtliche Quelle sein, die sich erst erschließt, wenn wir sie mit neugieriger Geduld durchblättern.

Wie selbstverständlich zieht sich durch das gesamte Buch die Schichtung der Standesgesellschaft. Die weiteren Erkenntnisse sind vielfältig. Sie können sich aus gewerblichen Anzeigen ergeben, aus den genannten Berufen, unter denen seltsame sind, von denen wir noch nie gehört haben. Und dann – im hier betrachteten Adressbuch von 1810 – ganz zum Schluss ein überraschender Fund. Im Anhang ein recht ausführlicher zeitgenössischer Bericht über die 400-Jahrfeier der Leipziger Universität.

Solche Hinweise können schon aus Systemgründen bei dem verdienstvollen Erfassen von Personendaten (Indizieren) nicht berücksichtigt werden. Hierzu muss man eben blättern. Möglicherweise hatte sie aber schon eine der Erfasser*innen gesehen. Ich werde einmal versuchen mit ihnen ins Gespräch zu kommen.



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