Wie es zu korrupten Namen kommt
Auch in der Familie Teuthorn gibt es uneheliche Kinder. Die Folge für den Familienforscher können unklare Namen sein. Von den wenigen mir bisher bekannten Fällen ist einer deshalb besonders interessant, weil er ein schönes Beispiel dafür ist, wie es zu korrupten Namen kommen kann.

Der Vater erfuhr erst ein gutes Jahrzehnt später von der Geburt seines Sprösslings und war einverstanden, dass dieser seinen Namen trüge, überließ aber alles Weitere der Kindsmutter.  Diese ging zum Standesamt und ließ den (Familien-)Namen ihres Sohnes umschreiben. Dem Standesbeamten buchstabierte sie aus der Erinnerung TEUxxxxN. Zwar stimmte die Anzahl der Buchstaben, aber 4 waren durcheinandergeraten, davon einer falsch.

Ihr könnt euch das nicht vorstellen? Dennoch ist es wahr, wenn es sich auch nicht in Deutschland zutrug. Allerdings möchte ich nicht ganz ausschließen, dass ein solcher Fall auch auch bei uns möglich gewesen wäre. Die preußische Verwaltung natürlich ausgenommen!

Übrigens, die Titelzeile stammt aus einer Mitteilung meines jungen Namensvetters, und er bringt damit auf schöne Weise zum Ausdruck, dass er seinen Namen demnächst richtigstellen will.

Dieses Blog begann ja als Kommunikationsmedium für die eigene Familie. Zu dieser gehört auch die Schweizer Hobbymalerin Barbara Zimmermann. Sie stellt derzeit im Dorfverein Ins Aquarelle und Tuschezeichnungen aus.

http://www.dorfverein-ins.ch/arteiss/kuenst_art.htm

1896, acht Jahre vor dem Herero-Aufstand in Deutsch-Südwest, hielt sich ein Sohn des Häuptlings Samuel Maharero unter demütigenden Umständen in Berlin auf. Er weigerte sich in Stammestracht zu posieren und bestand darauf, wie die Deutschen Anzug zu tragen.


Auf der Website des Deutschen Historischen Museums (DHM) gibt es dazu ein aufschlussreiches PDF-Dokument. Daraus:

“Die Deutschen haben uns bekämpft und uns unser Land weggenommen. Dies ist der Grund, warum sie nichts Gutes in uns sehen wollen. Sie bekehrten uns zum Christentum, aber wollten uns keine weitere Ausbildung geben oder uns dabei helfen, voranzukommen. Die Herero haben überhaupt nichts von ihnen gelernt außer dem Wort ‘Gott’.”

(Friedrich Maharero im Interview 1947).  Das Dokument enthält auch informative Fotos, darunter ein Porträt Mahareros.

  • Im Rahmen meiner Familienforschung spielt das heutige Namibia eine besondere Rolle. http://teu-net.de/geschichte/texte/namibia/herero.htm.
  • Die SZ berichtet im heutigen Feuilleton (9.6.2010/S.13) unter der Rubrik ‘Mission Impossible’  über den Afrikaschwerpunkt der Theaterformen Braunschweig.  Darin die ‘Menschenausstellung Deutsch-Südwestafrika’ von Brett Baily.

    Zitat aus der Braunschweiger Ankündigung: “Brett Bailey benutzt das schockierende Format ethnographischer Schaustellungen, um von dem Völkermord an den Hereros und Namas in Namibia zu erzählen. Für die Wiener Festwochen und das Festival Theaterformen erarbeitet der südafrikanische Künstler Brett Bailey eine theatrale Installation Exhibit A: Deutsch-Südwest-Afrika. In eindringlichen Szenen wird er deutlich machen, wie die Geschichte der Kolonisierung bis heute fortwirkt.”

Das Portal MATEO (= MAnnheimer TExte Online) publiziert wissenschaftliche Arbeiten und Primärquellen im World Wide Web.  Unter dem Profil MARABU geht es um digitale Reprints alter Drucke der Frühen Neuzeit. U.a. fand ich:

Orationes duae, De ritu et modo depositionis beanorum. – Straßburg: Dolhopff, 1680. 56 S., 18 Kupfertaf., 15 x 8 cm. – Das kleine Büchlein, dessen dritter, deutschsprachiger Teil hier reproduziert ist, bringt zuerst die bereits 1569 von Magister Johann Dinkel in Erfurt gehaltene lateinische “Rede über Ursprung, Gründe, Vorbild und Zeremonien des Ritus, der in den (hohen) Schulen allgemein Deposition genannt wird”.

In dem einleitenden Text, der das Büchlein vorstellt, wird allerdings nicht darauf hingewiesen, das die dargestellte Form der Initiation, die der neue Student über sich ergehen lassen musste, nur eine von vielen Formen ist, also von Uni zu Uni in verschiedener Form ausgeführt werden konnte, und wohl auch auf der Zeitschiene unterschiedliche Ausprägungen hatte.  [ So war es auch üblich die Neuen mit Schuhwichse u.a.  zu verschmutzen, sie in ein dunkles unsauberes Gewand zu hüllen, und dann nach einem Reinigungsprozess das derbe Procedere in einem sauberen weißen Gewand enden zu lassen.]

Das kleine Büchlein bringt neben Johann Dinkels Rede, die dieser weithin aus dem umfassenderen Werk Middendorps “De celebrioribus universi terrarum orbis Academiis” (Köln 1567) abgeschrieben haben soll, auch Kupferstiche.

Der folgende Holschnitt stammt aus einem weiteren alten Buch, der

Angeklagter wird von Gerichtsknechten dem Richter vorgeführt.

Angeklagter wird von Gerichtsknechten dem Richter vorgeführt.

Constitutio Criminalis Bambergensis von 1507. [Schwarzenberg, Johann von: Bambergische Peinliche Halsgerichtsordnung.] – Bamberg: Hans Pfeil, 1507. – (7) Bl., Bl. 3-80; zahlreiche Ill.; 29,5 x 21 cm. / Deutsch verfasst und mit schönen Holzschnitten und Verssprüchen illustriert.

Sie gilt als “Markstein und Wendepunkt in der deutschen Strafrechtsentwicklung”.

As constantly as our family grows in present times,  results of family history are accumulating continuously. 

7.05.2010

Der Tippfehler

Der TIPPFEHLER eines Aktienhändlers löste in diesen Tagen an der Wall Street den größten Kurssturz aller Zeiten an einem Handelstag aus. Die SZ widmet sich dem heute in ihrem Aktuellen Lexikon. Daraus:

“In der gefährlichen Hektik des Internet-Zeitalters kommen Tipp- ebenso wie Rechtschreib-, Sach- und Rechenfehler nicht nur häufiger vor, sie können [...] sogar das öffentliche Leben durcheinanderwirbeln. Die Bedienung von Korrekturprogrammen erfordert ebenfalls äußerste Sensibilität. Nicht selten verschlimmern die angebotenen Alternativen das Drama nur noch.”

Den Anfangssatz des zitierten Artikels umkehrend, hieße es, “Im Gegensatz zu vielen Tippfehlern führt bei Rechtschreib- [...] fehlern nicht eine seltsame Hast des Menschen Hand, sondern (oftmals) Unkenntnis.” Das ist zwar eine Binsenweisheit, die aber in unserem Metier über das Ästhetische hinaus ebenfalls schreckliche Auswirkungen haben kann. Ein Eindruck von Unwissen u n d  Schlampigkeit führt aber automatisch auch zu Zweifeln an den dargestellten Sachfragen.

Und warum beschäftigt mich das? Weil ich die Folgen meiner eigenen ungewollten Schreibfehler fürchte. Da hilft eben leider auch kein Korrekturprogramm. Oder kennt jemand ein richtig gutes?

Anke’s extraordinarily beautiful and tasty cake adorns outstanding family events.  I had referred to that fact when Flo and Christian married three years ago.  Again a masterpiece of cake left Anke’s kitchen for Catherine’s and Andrew’s wedding on May 1, 2010.  The cake was cut and offered by both of them to their family and friends at the Rose Garden / Rosengarten Restaurant with wonderful view from above on the illuminated City of Bern, Switzerland.

Eine Couch ist etwas Schönes, der Inbegriff von Bequemlichkeit und Genuss. Zu Letzterem braucht man ein konsumierbares Produkt. Als solches war kürzlich die perfekt gestylte Vierteljahreszeitschrift des Vereins für Computergenealogie im Gespräch. (Siehe auch http://teuthorn.net/feuilleton/?p=451)

Ich hatte gewagt, weniger Hochglanz, u.U. sogar eine Internet-Ausgabe vorzuschlagen, um mit den eingesparten Kosten Internetprojekte, wie GEDBAS, zu modernisieren. Das hatte großen emotionalen Protest ausgelöst. Man wolle auch computergenealogische Themen bequem auf dem Sofa konsumieren, war der Tenor.

Nun gibt es die Synthese. Sie heißt iPad und kommt von Apple. Zu Ostern wurden in den USA auf einen Schlag 700.000 Geräte verkauft, berichtet die SZ und liefert ein paar einprägsame Sätze, wie:

“Mit [...] der Eliminierung von allem, was an [...] Technik erinnert, reduziert das iPad den Computer zum Unterhaltungsterminal für konsumfreudige S o f a  menschen.” (SZ 6.4.2010)
“Das iPad ist konzipiert als das perfekte C o u c h werkzeug der Rezeption und als Fenster ins Internet. Man wird damit Lesen, schauen, allenfalls chatten.” (SZ 7.4.2010)

Ich möchte der CG-Redaktion zurufen:  Auf auf! Denkt doch noch einmal über eine digitale Variante der Zeitschrift nach. Endlich kann eine solche nun auch auf dem Sofa gelesen werden.

Es soll Familienforscher geben, die nicht nur Fachliteratur lesen.

Vor Jahren hat mich der  Caoba-Zyklus von B. Traven begeistert.  Traven war sein Leben lang mit unterschiedlichen Identitäten unterwegs. Wer war Traven? fragt Tobias Kunow bevor er uns am Ende seines bald neun Jahre alten Netzartikels vom 25.1o.2001 verrät

“Der Mann, der als B. Traven alias Ret Marut alias Adolf Rudolf Feige alias Albert Otto Max Wieneke alias B.T. Torsvan alias Hal Croves bekannt oder eben nicht bekannt oder vielmehr nicht erkannt war, starb im März 1964 in Mexiko-Stadt.”

Weshalb Traven so mit den Identitäten spielte, bleibt weiter ein Rätsel. Jedenfalls wäre er mit seinen Pseudonymen gut für das Internetzeitalter gerüstet gewesen. Allerdings ist das Spurenverwischen heute noch schwieriger als zu Travens Zeit. Da gibt es z.B. einen gewissen Boiotier, den ich genau wie B.Traven bei Amazon fand. Erschienen ihm seine Rezensionsübungen zu trivial oder versuchte er lediglich Google zu verwirren?

Der Typ soll noch mit weiteren Decknamen unterwegs sein. Was verheimlicht er uns?

Mehrmals habe ich in diesem Blog über meinen Forschungsfortschritt zur Familie meiner Urgroßmutter Anna Corvinus berichtet. Wie bereits berichtet, konnte ich dieses Kapitel meiner Familiengeschichte Anfang 2009 mit dem veröffentlichten Aufsatz

Die Familie Corvinus – Leben und Legende, in Der Herold, Neue Folge Band 17, Jahrgang 52 (2009) Heft 1-2/2009, S. 405-415.

vorläufig abschließen. Leider wurde seinerzeit mit dem Aufsatz die in diesem Fall so wichtige Abstammungslinie nicht gebracht.
Diese kann ich nunmehr hier nachliefern. Ich bediene mich dazu der neuen Graphikfiunktion in GFAhnen10, die ich hiermit erstmals zur Web-Darstellung benutze. Der nachgewiesene Mannesstamm beginnt mit dem Wilmenroder Pfarrer Johann Friedrich Corvinus und endet mit Annas Bruder, dem Apotheker Hugo-Matthias.

… unter diesem Titel hat Timo Kracke gerade in der ComputerGenealogie, Heft 1/2010,  knapp und informativ den Nutzen von Twitter für uns Familienforscher beschrieben.

Es ist noch nicht lange her, dass ich mich hier zu Twitter leicht spöttisch geäußert habe. Meiner Grundüberzeugung, dass ich es für wichtiger halte, bei deutschen Familienforschern zunächst das Bloggen populärer zu machen, bleibe ich treu. Aber ich korrigiere mich gerne hinsichtlich Twitter. Mit seiner wahnsinnigen Geschwindigkeit und der Möglichkeit, Informationen zu bündeln,  bietet Twitter eine gute Unterstützung,  Nachrichten der Familienforscherszene, insbesondere auch der Blogs schnell zu verbreiten. Damit ist es ein sehr effizientes Werkzeug  zur Kommunikation unter Familienforschern. Ich empfehle, twitter.com/genblogsDE zu folgen oder es einfach über RSS zu abonnieren. Das ist wichtiger, als twitter.com/TeuthornP zu folgen. Übrigens muss man für beide Kontakte nicht unbedingt selbst zwitschern.

Im Jahre 1879 ist der junge Schriftsteller Robert Luis Stevenson an Bord des Steamship Devonia auf der Überfahrt von Glasgow nach New York. Seine ganze Aufmerksamkeit gilt den Auswanderern des Zwischendecks. Mein Interesse gilt dem Übergang von der Passage per Segelschiff in die neue Zeit der Dampfschiffe, in der je nach Wetterlage zwischen den Antrieben Dampfmaschine und Segel gewechselt oder auch beide gemeinsam eingesetzt wurden. In Stevensons “Emigrant aus Leidenschaft” gibt es einige Sätze, die dies anschaulich machen.

“… und [als ich] dort hochschaute, wo sich der Schornstein über meinem Kopf erhob, und Rauch ausstieß, und als das schwarze und ungeheure Marssegel bei jedem Überholen andere Sterne auslöschte, da schien es [...] dass gerade über der Mastspitze ungebrochener und ewiger Friede herrscht.”

Die folgenden Zitate zeigen,

Klappern gehört zum Handwerk. Dass es sich lohnt, deutsche Genealogie-Blogs bekannter zu machen, davon bin ich überzeugt. Einige KollegInnen haben dazu kürzlich eine hübsche Initiative gestartet, nämlich u.a. http://www.rambow.de/?s=blogs aber auch http://www.dirkpeters.net und http://www.kracke.org/blog/.

Ein Medium zur Verbreitung neuer Blogartikel ist der blitzschnelle Info-Dienst Twitter.  Das muss ich trotz anfänglicher Skepsis anerkennen. So erfuhr ich über Twitter, dass z.B. dieses Blog gerade mit einem Icon kurz auf Geneabloggers, einer überwiegend US-amerikanischen Plattform, vorgestellt wurde. In den USA ist das Bloggen zu Genealogiethemen schon sehr viel weiter verbreitet als bei uns.

Auf  herkömmliche, aber twitter-ähnliche Art veröffentlicht Günther Junkers, Verein für Computergenealogie, unermüdlich Monat für Monat seinen Newsletter.  Hier sind man/frau immer auf dem Laufenden. Manche der Kurznachrichten erscheinen nur hier, andere sind eine Art Vorankündigung für die nächste Quartalsausgabe der Zeitschrift ComputerGenealogie – Magazin für Familienforschung, in der sie dann in Hochglanz gebracht werden. Wenngleich es Leute gibt, die meinen, man könne mit weniger  Glanz Kosten einsparen, so ergänzen sich doch beide Publikationen auf das Beste. Bei Junkers sind man/frau jedenfalls schneller im Bilde, auf jeden Fall aber vor Auslieferung des nächsten Heftes.

Als Beispiel sei die aktuelle Ausgabe – März 2010 zitiert.  Mein Hinweis auf die neuesten Digitalisate der Staatsbibliothek München wird hier mit ‘Digitalisate für Genealogen’ an ein breiteres Publikum weitergegeben. Aber die Leser dieses Blogs wussten ja schon früher Bescheid.

Und wie kann ein Familienforscher vorsichtig zwitschern?  .

Am 6. März wurde in Nürnberg die neueste GFAhnen-Version vorgestellt. Neben einer Reihe hilfreicher Neuerungen erhielt das Programm einen völlig neuen Graphikteil. U.A. sind damit nun auch Verwandtschafts- und Sanduhrdarstellungen möglich. Die Neuerungen sind unter http://www.gf-franken.de/computer.html auf der Website der Gesellschaft für Familienforschung in Franken (GFF) beschrieben.

Eine der reizvollen Neuerungen ist, dass Nachschlagetabellen nun auf die externen Lexika Wikipedia und Genwiki zugreifen können, d.h. der Programmnutzer kann beispielsweise für Orts- und Berufsbeschreibungen zu den entsprechenden Begriffen verlinken. Das könnte ggf. bei GenWiki auch zu einem Auffüllen dieser Begriffe durch GFAhnen-Autoren führen.

Derzeit wird unter dem Dach von CompGen unter Beteiligung der mehr als zwanzig deutschen Programmautoren ein möglichst verlustfreier Austausch von GEDCOM-Dateien zwischen deren Programmen diskutiert. GFahnen kann nach Aussagen des Programmautors, Herrn Bub, derzeit alle GEDCOM-Dateien solcher Programme importieren. Damit diese künftig auch dann verlustfrei in GFAhnen eingespielt werden können, wenn sie ihren GEDCOM-Export weiteren beschlossenen Änderungen bzw. Neuerungen anpassen, kann bei auftauchenden Importproblemen über den Programmbetreuer eine Zusatzdatei angefordert werden, mit der solche Fälle realisiert werden können.

Kategorien