Archiv für den Monat: Februar 2009

MÜHLHAUSEN am Faschingssonntag

0089bNatürlich ist der Februar keine günstige Reisezeit. Aber muss deshalb gleich die Marienkirche geschlossen sein und die Stadtführung ohne weitere Begründung ausfallen? Also sehe ich mich an diesem nasskalten Februarsonntag selbst um und begegne auf den nahezu ausgestorbenen Straßen mehrmals jungen Paaren mit kindern und Kinderwagen und alten Männern mit Hund. Sonst nichts.

Bis auf die Kornmarktkirche – aber die habe ich ja bereits gesehen – ist keine der elf Kirchen geöffnet. Aber das neugierige Auge kommt mit Portalen, Toreinfahrten, Fachwerkpracht und schönen Straßenensembles auf seine Kosten.

Bekanntlich gibt es je nach Gesinnungslager von Thomas Müntzer Heinrich Pfeifer entweder böse Fratzenoder bedeutungsvoll überhöhte Bildnisse. Ein wirkliches Porträt ist nicht bekannt. Die Sandsteinstatue vor der westlichen Stadtmauer ist harmlos allgemein gehalten. Fast schaut er aus wie ein kleiner Luther. – Auch von seinem Predigerkollegen Heinrich Pfeiffer gibt es wahrscheinlich kein autentisches Porträt. Allerdings hat der Künstler, der 1988 die Bronzebüste vor der Allerheiligenkirche geschaffen hat, die eindrucksvolle Interpretation eines asketisch knorrigen und willensstarken Mannes gezeichnet, der sich nun auf dem Wege zum Schafott mit leidend resignierten Zügen in das Unabänderliche fügen muss.

MÜHLHAUSEN

… das zusammen mit Erfurt und Nordhausen die Trias der thüringischen Freien Reichsstädte des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit bildet, war heute die erste Station auf meiner einwöchigen Thüringenreise.

Eigentlicher Anlass für einen Stop waren die Müntzer-Gedächtnisstätten.  Weiterlesen

Mit Freiherr von Schweiger Lerchenfeld nach Boiotien

Man muss nicht immer selbst verreisen. Berichte anderer Reisender können die Erinnerung an früher besuchte Orte und Gegenden in angenehmer Weise wieder vor einem erstehen lassen.  Diesmal sind es Kupferstische aus dem 1887 in Leipzig erschienen Reisebericht des

Armand Freiherr von Schweiger Lerchenfeld: Griechenland in Wort und Bild, Eine Schilderung des hellenischen Königreiches

, die ich heute in einem Reprint von 1992 aus einem Schwabinger Antiquariatsregal fischte.

Blick von Osten über den Kopaissee Richtung Chaironaia und Orchomenos, Mitte 19. Jahrhundert

Einen solchen Blick hatte man Mitte des 19. Jahrhunderts vom Südwestufer über den Kopaissee Richtung Chaironeia und Orchomenos. Ich besuchte Boiotien mehr als ein Jahrhundert später.  1995 war die Wasserfläche schon lange trockengelegt und zu einer landwirtschaftlichen Nutzfläche geworden.

Neugierig auf Boiotien und Orchomenos? Mit einem Klick beamst du dich dorthin.

Das Buch bietet Berichte und 200 Kupferstiche aus allen Landesteilen.