{"id":3356,"date":"2013-06-12T02:28:07","date_gmt":"2013-06-12T00:28:07","guid":{"rendered":"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?page_id=3356"},"modified":"2020-05-14T21:12:59","modified_gmt":"2020-05-14T19:12:59","slug":"buchauszug-zu-christian-bachmann","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?page_id=3356","title":{"rendered":"Buchpassagen zu Christian Bachmann"},"content":{"rendered":"<p>Teuthorn, Peter:<em> Erinnerungen an Gro\u00dfmutter Erica, 1885 &#8211; 1970 \/ Ihre Zeit und ihre Familie,<\/em> Selbstverlag, Gilching 2012, 175 Seiten; S. 11-15.<span style=\"color: #993300;\"><br \/>\n[Aktualisierungen gegen\u00fcber dem Manuskript sind farblich hervorgehoben.]<\/span><\/p>\n<h3><em><strong>Elternhaus<\/strong><\/em><\/h3>\n<p>Zur Familie Corvinus habe ich mich bereits fr\u00fcher<a href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a> ge\u00e4u\u00dfert. Der \u00e4ltes\u00adte bisher erforschte Vorfahr dieser Corvinus-Linie ist der Willmenrod\u00ader Pfarrer Friedrich Wilhelm Corvinus. Nach zwei Generationen von Steuereinnehmern, einem Apotheker und dessen Tochter sind wir in der sechsten Generation bei Erica.<br \/>\nIm Gegensatz zu den Corvinus kamen die Bachmanns aus einfacheren Verh\u00e4ltnissen in Gro\u00df-Schneen bei Friedland. Als im Herbst 1818 ein Husar durch den Ort ritt, lie\u00df er die 21j\u00e4hrige Sophie Wilhelmine Bachmann mit dem Mitte 1819 geborenen sp\u00e4teren Restaurateur und Tischler Johann Heinrich Ludwig zur\u00fcck. Dieser w\u00fcrde k\u00fcnftig den Namen seiner Mutter f\u00fchren. Sein Sohn Franz Christian Friedrich Bachmann wurde 1859 in G\u00f6ttingen geboren und heiratete im Mai 1885 die Apotheker\u00adtochter Corvinus. Bereits kurz nach der Hochzeit zogen die jung Ver\u00adm\u00e4hlten nach Stettin, wo ein Jahr sp\u00e4ter Erica in die vorpommersche Welt kam.<\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\"><a href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1<\/a>Teuthorn, Peter:<em> Die Familie Corvinus &#8211; Leben und Legende<\/em>, in Der Herold, Neue Folge Band 17, Jahrgang 52 (2009) Heft 1-2\/2009, S. 405-415.<\/div>\n<h3><em><strong>Photograph<\/strong><\/em><\/h3>\n<p>Christian Bachmann war in einer Zeit aufgewachsen, in der sich ein aufregend moderner neuer Beruf herausbildet hatte und ein lukratives Ge\u00adsch\u00e4ftsfeld versprach, der Fotograf und das Produkt Bild. Wenn man das Aufre\u00adgende dieser neuen Technik f\u00fcr uns Heutige verst\u00e4ndlich ma\u00adchen will, muss man vielleicht auf Entwicklungen wie iPhone und iPad blicken. War das Portr\u00e4t-Sitzen vorher nur verm\u00f6genden Leuten vorbe\u00adhalten ge\u00adwesen, die sich in \u00d6l abbilden lie\u00dfen, so konnte sich nun ein breites Publikum ein Portr\u00e4t leisten. In den gro\u00dfen St\u00e4dten schossen Fotoate\u00adliers aus dem Boden. Viele K\u00fcnstler versuchten am wirtschaftli\u00adchen Aufschwung des neuen Gewerbes teilzuhaben und wechselten in den Fotografenstand.<a href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a> Umgekehrt f\u00fchlten sich die Fotografen als K\u00fcnstler.<br \/>\nEin Fotografieprojekt, das die fr\u00fchen Ateliers aufarbeitet, hat f\u00fcr Berlin bereits zwischen 1870 und 1890 die schier unglaubliche Zahl von 800 Studios mit Konzentration im Stadtzentrum gez\u00e4hlt.<a href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a> Diese Unterneh\u00admen beschr\u00e4nkten sich nicht auf das Portr\u00e4t, sondern boten auch Kunst\u00adreproduktionen oder Ansichten von Sehensw\u00fcrdigkeiten. Gemalte Ku\u00adlissen, Vorh\u00e4nge, Mobiliar und weitere Accessoires geh\u00f6rten zur Aus\u00adstattung eines Ateliers.<br \/>\nNach den derzeit ausgewerteten Adressb\u00fcchern hat Christian Bachmann bereits vor seiner Heirat in Stettin gelebt. <span style=\"color: #993300;\">Bereits in den Jahren 1881 und 1882, damals also etwa 22 Jahre alt, <\/span><span style=\"color: #993300;\"> ist er dort jedenfalls schon als Fotograf in der Passauer Stra\u00dfe 3 IV. Stock gemel\u00addet, 1883 in der Kurf\u00fcrstenstr. 14\u00a0 II. Stock. Seit 1899 <\/span>ist er Inhaber des Ateliers f\u00fcr Photographie M\u00f6llendorf &amp; Bachmann in der M\u00f6nchenstra\u00dfe 22-21. Damit liegt das Gesch\u00e4ft sehr zentral direkt zwischen Ro\u00dfmarkt und Jakobikirche.<span style=\"color: #993300;\"> Bachmann hatte das Fotostudio wohl bereits 1896 \u00fcbernom\u00admen<\/span>, behielt aber den bereits eingef\u00fchrten Namen bei. <span style=\"color: #993300;\">Auf einer \u00fcber\u00adlieferten Lithographie von vor 1894 wirbt das Unternehmen<\/span> mit der Auszeichnung Silberne Medaille Internationale Weltausstellung Br\u00fcssel 1888.<br \/>\n[<span style=\"color: #993300;\">Neue Recherchen f\u00fchrten zu einem Kontakt mit dem Autor Richard Halabura, der die Geschichte des Unternehmens ausf\u00fchrlich darstellt und sich bei seinen Datierungen auf seinen reichen Bildbestand st\u00fctzen kann. <\/span>Siehe <a href=\"http:\/\/www.zaklady-fotograficzne-stettin.com\/page390.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.zaklady-fotograficzne-stettin.com\/page390.html<\/a>.]<br \/>\nDie meisten \u00e4lteren Portr\u00e4ts aus der Bachmann-Familie stammen aus Christian Bachmanns Atelier. F\u00fcr seine fotografischen Ansichten und \u00f6rtlichen Sehensw\u00fcrdigkeiten fand ich ein Ansichtskartenbeispiel und einige Fotos auf einer charmanten polnischen Internetseite zu Mes\u00adsenthin.<a href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a><\/p>\n<figure id=\"attachment_3375\" aria-describedby=\"caption-attachment-3375\" style=\"width: 518px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-3375 \" title=\"IMG_2912_b_aus\" src=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/IMG_2912_b_aus-717x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"518\" height=\"741\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3375\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 2: \u00d6lportr\u00e4t Franz Christian Friedrich Bachmann (1859-1938) (c) siehe unten.<\/figcaption><\/figure>\n<p>________________<br \/>\n<span style=\"color: #993300;\">Beruflich portr\u00e4tierte Christian Bachmann eine Kundschaft, die sich vielleicht nur dies eine Portr\u00e4tfoto leisten konnten, als Privatmann lie\u00df er sich selbst in \u00d6l portr\u00e4tieren. Das Gem\u00e4lde kam nach dem Tode Bachmanns in den Besitz seiner Tochter. Heute geh\u00f6rt es einer Kousine des Autors.<br \/>\n<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_3379\" aria-describedby=\"caption-attachment-3379\" style=\"width: 250px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-3379\" title=\"moellendorf&amp;bachmann\" src=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/moellendorfbachmann.png\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"381\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3379\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 3: Das Atelier f\u00fcr Photographie befand sich in der M\u00f6nchenstr 20-21. Auf der Medaille der Hinweis &#8218;Silberne Medaille Internationale Weltausstellung Br\u00fcssel 1888&#8216;.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Verm\u00f6gens- und Wohnverh\u00e4ltnisse der Eltern m\u00fcssen recht gro\u00df\u00adz\u00fcgig gewesen sein. Denn die Bachmanns wohnten in Stettin, ver\u00adbrachten die Sommermonate in ihrem Sommerhaus im n\u00f6rdlich von Stettin gelegenen Messenthin und besa\u00dfen dort offensichtlich au\u00dfer\u00addem noch ein Haus, das vermietet war. Denn als Erika und Emil 1919 aus Afrika ausgewiesen wurden, fanden sie in einer dort freigeworde\u00adnen Wohnung zusammen mit ihren drei Kindern ihre erste Bleibe in Deutschland. Sp\u00e4ter, als Erika in zweiter Ehe mit dem Apotheker Otto Brenning verheiratet war und Vater Bachmann bei Eintragungen ins G\u00e4stebuch von ihrem bescheidenen Heim spricht, vergleicht er es of\u00adfensichtlich mit seinen eigenen gro\u00dfz\u00fcgigeren Verh\u00e4ltnissen.<\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\"><a href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1<\/a><a href=\"http:\/\/www.berliner-fotografenateliers.de\/index2.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.berliner-fotografenateliers.de\/index2.html<\/a> (4.2.2012)<a href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\"><br \/>\n2<\/a>Ebd.<a href=\"#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\"><br \/>\n3<\/a><a href=\"http:\/\/lazowski.szczecin.art.pl\/police\/fotografie\/msciecino\/msciecino-de.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> http:\/\/lazowski.szczecin.art.pl\/police\/fotografie\/msciecino\/msciecino-de.htm<\/a> (4.2.2012)<br \/>\n(c) Peter Teuthorn. Das uneingeschr\u00e4nkte Bildrecht am Foto des Gem\u00e4ldes liegt bei der Familie das Autors.<br \/>\n_________<br \/>\n<a href=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?page_id=5119\">zur\u00fcck<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Teuthorn, Peter: Erinnerungen an Gro\u00dfmutter Erica, 1885 &#8211; 1970 \/ Ihre Zeit und ihre Familie, Selbstverlag, Gilching 2012, 175 Seiten; S. 11-15. [Aktualisierungen gegen\u00fcber dem Manuskript sind farblich hervorgehoben.] Elternhaus <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?page_id=3356\">Lesen Sie weiter &#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":3286,"menu_order":3,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_crdt_document":"","footnotes":""},"class_list":["post-3356","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3356","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3356"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3356\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9068,"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3356\/revisions\/9068"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/3286"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3356"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}