{"id":8264,"date":"2019-07-26T22:30:17","date_gmt":"2019-07-26T22:30:17","guid":{"rendered":"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?page_id=8264"},"modified":"2019-08-06T11:36:29","modified_gmt":"2019-08-06T11:36:29","slug":"vierte-saecularfeyer-der-universitaet-leipzig","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?page_id=8264","title":{"rendered":"Vierte S\u00e4cularfeyer der Universit\u00e4t Leipzig"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><a href=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/leipzigAB1810.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/leipzigAB1810.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8413\" width=\"137\" height=\"228\" srcset=\"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/leipzigAB1810.jpg 486w, https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/leipzigAB1810-180x300.jpg 180w, https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/wp-content\/uploads\/2019\/08\/leipzigAB1810-90x150.jpg 90w\" sizes=\"(max-width: 137px) 100vw, 137px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 4. Dezember 1809 wurde die Universit\u00e4t Leipzig 400 Jahre alt. Im Anhang des <a href=\"https:\/\/digital.slub-dresden.de\/werkansicht\/dlf\/84250\/35\/0\/\" target=\"_blank\">Leipziger Adressbuches 1810<\/a> (Leipziger Adre\u00df-, Post- und Reise-Kalender auf das Jahr 1810) findet sich ein 16 Seiten langer Bericht \u00fcber die Feier dieses Jahrestages. Im ersten Teil werden die Umst\u00e4nde der Gr\u00fcndung und die Geschichte der vergangenen Jahrhunderte mit den Augen der Zeitgenossen &#8211; 200 Jahre zur\u00fcck &#8211;\u00a0 geschildert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es folgt eine aus dem Digitalisat der S\u00e4chsische Landesbibliothek \u2013 Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek Dresden (SLUB) gewonnene <a href=\"https:\/\/digital.slub-dresden.de\/werkansicht\/dlf\/84250\/349\/0\/\" target=\"_blank\">Abschrift<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" style=\"text-align:center\">Kurze \u00dcbersicht<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align:center\">der<br \/>Geschichte der Leipziger Universit\u00e4t und ihrer vierten<br \/>S\u00e4cularfeyer am 4. December 1809<br \/><br \/><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der 4. December des 1809. Jahres war f\u00fcr Leipzig<br \/>ein sehr festlich sch\u00f6ner Tag, an dessen hoher Feyer die<br \/>Bewohner dieser Stadt um so mehr mit allgenmeiner<br \/>Freude Theil nahmen, je lebhafter dieser Tag das viel-<br \/>f\u00e4ltige Gute und tausendfache Heil anschaulich machte,<br \/>welches aus den Wissenschaften, f\u00fcr das b\u00fcrgerliche Le-<br \/>ben in so reicher F\u00fclle hervorgeht. Es war dieser Tag, <br \/>der Ged\u00e4chtnistag der Gr\u00fcndung der hiesigen Universi-<br \/>t\u00e4t, und die vierte Jubelfeyer derselben<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">______________________________________________________________________<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-regular-font-size wp-block-paragraph\"><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um etwas zur Gr\u00fcndung der Leipziger Universit\u00e4t zu erfahren, wird man nat\u00fcrlich normalerweise zu aktueller Literatur, f\u00fcr eine schnellen \u00dcberblick duchaus auch zum Online-Lexikon Wikipedia greifen. Aber der zeitgen\u00f6ssische Bericht hat nicht nur einen eigenen Charme, er verr\u00e4t auch dieses gewisse Selbstverst\u00e4ndnis einer vordemokratischen Gesellschaft, das dem mit dieser Zeit historisch weniger Vertrauten aus der heutigen Perspektive seltsam vorkommen mag. Das Flair der Zeit entstr\u00f6mt auch dem Satzbau und W\u00f6rtern, deren damaliger Sinn sich uns erst erschlie\u00dft, wenn wir ihren mit der Zeit eingetretenen Bedeutungswandel verstehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-regular-font-size wp-block-paragraph\"><em>&#8222;Nachdem infolge von Streitigkeiten an der Karls-Universit\u00e4t Prag im Zusammenhang mit der Hussiten-Bewegung der b\u00f6hmische K\u00f6nig Wenzel IV. durch das Kuttenberger Dekret die dortige b\u00f6hmische Nation gegen\u00fcber den anderen Universit\u00e4tsnationen bevorzugte, zogen 1409 etwa 1000 der dortigen deutschen Lehrkr\u00e4fte und Studenten nach dem in der damaligen Markgrafschaft Mei\u00dfen gelegenen Handelszentrum Leipzig.&#8220; (Wikipedia)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">__________________________________________________________________________<br \/><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gr\u00fcndung dieser Universit\u00e4t ward im Jahre<br \/>1409 durch die Auswanderung des gr\u00f6\u00dften Theils der<br \/>Professoren und Studenten der Prager Universit\u00e4t be-<br \/>wirkt. Diese Universit\u00e4t war n\u00e4mlich von dem r\u00f6m.<br \/>Kaiser Karl IV. im Jahre 1360 zu Prag errichtet wor-<br \/>den, und durch mehrere ertheilte Privilegien und Frey-<br \/>heiten zu einem bedeutenden Ansehen emporgestiegen, so<br \/>da\u00df zuweilen die Anzahl der Studirenden sich daselbst<br \/>bis auf 4000 belief. Allein verschiedene ung\u00fcnstige<br \/>Umst\u00e4nde trugen dazu bey, da\u00df diese Prager Universit\u00e4t<br \/>schon nach den ersten vierzig Jahren wiedrum in Ab-<br \/>nahme gerieth. Eine wesentliche Ursache ihres Ver-<br \/>falls lag namentlich in der Verschiedenheit der Reli-<br \/>gionsmeinungen; indem sich mancherlei anhaltende Strei-<br \/>tigkeiten und blutige Fehden deshalb entspannen, da<br \/>Hu\u00df und Hieroymus, zwey sehr beliebte Lehrer der<br \/>Universit\u00e4t im Jahre 1393, einen bedeutenden Anhang<br \/>unter den Studirenden erhielten, und hierdurch Par-<br \/>theyen sich bildeten, wovon jede \u00fcber die andere das<br \/>Uebergewicht zu erhalten suchte. So wohl dieser Um-<br \/>stand, als auch vorz\u00fcglich der Uebermuth der eingebo-<br \/>renen B\u00f6hmen, welche mehr Stimmen in den \u00f6ffent-<br \/>lichen Berathschlagungen verlangten als die \u00fcbrigen drey<br \/>Nationen, und das herabsetzende Betragen des B\u00f6hmi-<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(II.)<br \/>schen K\u00f6nigs Wenceslaus, der Spott, womit er die<br \/>Universit\u00e4t und ihre wiederholten Klagen behandelte;<br \/>indem er unter andern, sogar seinen Koch, einen <br \/>ungebildeten Menschen, zum Vorsteher machte; alle<br \/>diese mannichfaltigen Umst\u00e4nde veranla\u00dften endlich im<br \/>Jahre 1409 den gr\u00f6\u00dften Teil der ausw\u00e4rtigen Na-<br \/>tionen, sich diesen Bedr\u00fcckungen zu entziehen. Pro-<br \/>fessoren und Studierende zogen aus Prag hinweg, um<br \/>eine anderen Ort aufzusuchen, wo ihre Ehre, ihre<br \/>Rechte und akademischen Freyheiten nicht gekr\u00e4nkt w\u00fcr-<br \/>den. Sie wandten sich nach Sachsen, kamen ungef\u00e4hr<br \/>2000 an der Zahl nach Leipzig, wo sie sich an den Her-<br \/>zog Friedrich den Streitbaren, der im Jahre 1423,<br \/>Churf\u00fcrst ward, und dessen Bruder, den Herzog<br \/>Wilhelm, wandten, und diese um Aufnahme baten,<br \/>welche ihnen auch bewilligt ward. Diese F\u00fcrsten er-<br \/>kannten, da\u00df eine Pflanzschule der Wissenschaften ihren<br \/>L\u00e4ndern sehr viele Vortheile bringen w\u00fcrde. Sie tra-<br \/>ten deshalb mit den Landesst\u00e4nden in Unterhandlungen,<br \/>die denn auch sehr gerne ihre Einwilligung dazu gaben,<br \/>den eingewanderten Fremdlingen ihr Gesuch zu gew\u00e4h-<br \/>ren. Es wurden Abgesandte nach Rom geschickt, um<br \/>von dem Pabste Alexander V. die Best\u00e4tigung zur Er-<br \/>richtung der Universit\u00e4t in Leipzig zu erhalten, indem<br \/>zugleich die Bisch\u00f6ffe von Mei\u00dfen, Merseburg und Zeitz, <br \/>nebst andern Pr\u00e4laten, so wie die ankommenden Pra-<br \/>ger Professoren \u00fcber die Einrichtung dieser Universit\u00e4t<br \/>zu Rathe gezogen wurden<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man war bereits \u00fcber die Einrichtung der Univer-<br \/>sit\u00e4t \u00fcbereingekommen, als endlich die erwartete Bulle<br \/>zur Best\u00e4tigung derselben von dem Pabste anlangte, in-<br \/>dem derselbe sich darin als einen Bef\u00f6rderer der K\u00fcnste<br \/>und Wissenschaften r\u00fchmte, und in der Hoffnung, durch<br \/>diese ertheilte Best\u00e4tigung die F\u00fcrsten dem p\u00e4bstlichen<br \/>Stuhle noch mehr zu verpflichten, aus besonderer Ach-<br \/>tung f\u00fcr obige F\u00fcrsten und deren treue Anh\u00e4nglichkeit<br \/>an der katholischen Religion, ihr Gesuch bewilligte.<br \/>Der Pabst sicherte in dieser Bulle der Universit\u00e4t seinen<br \/>Schutz und die Privilegien zu: da\u00df alle vier Fakult\u00e4-<br \/>ten das Recht haben sollten, zu lehren und zu disputi-<br \/>ren, da\u00df die Professoren und Studenten die Freyheiten<br \/>anderer Universit\u00e4ten genie\u00dfen und die Doktoren und<br \/><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(III.)<br \/>Magistri berechtigt seyn sollten, diejenigen, welche sich<br \/>zur Erlangung dieser akademischen W\u00fcrden meldeten,<br \/>zu examiniren und zu promoviren, jedoch nicht ohne er-<br \/>langte Bewilligung des Bischoffs zu Merseburg, den <br \/>der Pabst zum Cantzler der Universit\u00e4t ernannte und<br \/>ihm die oberste Gerichtsbarkeit derselben \u00fcbertrug.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese von dem Pabste der Leipziger Universit\u00e4t er-<br \/>theilten Privilegien, wurden in der Folge von mehrern<br \/>r\u00f6m. Kaisern nicht alleine best\u00e4tigt, sondern auch zum<br \/>Theil noch mehr ausgedehnt; welche Begnadigungsbriefe<br \/>auch noch aufbewahrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ward nunmehr ein Tag zur Gr\u00fcndung der Leip-<br \/>ziger Universit\u00e4t gew\u00e4hlt, und hierzu der 2. December,<br \/>als der Tag nach dem 1. Advente festgesetzt. An die-<br \/>sem Tage wurde in dem Thomaskloster, in Gegenwart<br \/>der beyden F\u00fcrsten, der genannten Bisch\u00f6ffe und vieler<br \/>Pr\u00e4laten und Landst\u00e4nde, den von Prag gekommenen<br \/>Professoren und Studenten, und der Geistlichkeit und<br \/>Stadtobrigkeit die Siftung und die p\u00e4bstliche Best\u00e4ti-<br \/>gung der Universit\u00e4t \u00f6ffentlich vorgelesen, und nach Art<br \/>der Prager Universit\u00e4t, ward die neue Universit\u00e4t in<br \/>vier Nationen: die Mei\u00dfnische, die S\u00e4chsische, Bayer-<br \/>ische und Polnische nation eingetheilt. Von dieser Ein-<br \/>theilung hingen die Wahlen des jedesmaligen Rektors<br \/>der Universit\u00e4t und des Dekans, wie auch die Collegia-<br \/>turen ab, unter welchen Letztern man die Nutzungen<br \/>der Univerit\u00e4tsgeb\u00e4ude verstand, welche unter mehrere<br \/>Professoren in Hinsicht auf die verschiedenen <br \/>Nationen vertheilt waren; indem bey der Stiftung der Universi-<br \/>t\u00e4t, derselben auch gleich zwey Geb\u00e4ude, welche von <br \/>allen Angaben befreyte bleiben sollten, ertheilt wurden,<br \/>wovon das erstere das gro\u00dfe F\u00fcrstenkollegium, oder das<br \/>sogenannte Schwarze Bret, und das andere das kleine<br \/>Collegium war, das unter dem Namen Petrinum bekannt<br \/>ist. Bald nach der Stiftung der Universit\u00e4t kam das <br \/>sogenannte Frauenkollegium und sp\u00e4ter auch das kleine<br \/> F\u00fcrstenkollegium an dieselbe, in welches Letztere die<br \/>Collegiaturen aus dem Petrino verlegt wurden. Das<br \/>Collegium der Juristenfakult\u00e4t war bis zum Jahre 1515<br \/>in der Thomaskirche gewesen, wo nunmehr Herzog<br \/>Georg ihr das Haus in der Petersstra\u00dfe einr\u00e4umte,<br \/>und der Probst zu St. Thomas f\u00fcr die R\u00e4umung der<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"text-align:left\">(IV.)<br \/>Thomaskirche 200 rheinische Gulden der Juristenfakul-<br \/>t\u00e4t zahlte, welche dieses Geld zur Erbauung des Juri-<br \/>dicums anwandte. Auf Vermittlung des Herzogs<br \/>Georg \u00fcberlie\u00df auch der Rath im Jahre 1513 seinen<br \/>bisherigen Marstall in der Ritterstra\u00dfe, der Universit\u00e4t,<br \/>aus welchem das rothe Collegium eingerichtet ward, so<br \/>da\u00df die Universit\u00e4t nach und nach f\u00fcnf Geb\u00e4ude, und <br \/>im Jahre 1543, durch Schenkung des Churf\u00fcrsten<br \/>Moriz, auch das Paulinenkloster, nebst der Kirche und<br \/>den dazugeh\u00f6rigen Geb\u00e4uden und der Bibliothek, wie<br \/>auch 2000 Gulden zur Einrichtung dieses Klosters und <br \/>zur besseren Unterhaltung der Professoren die f\u00fcnf D\u00f6r-<br \/>fer: Zuckelhausen, Zwenfurth, Kleinwesen, Wolfsheim,<br \/>und Holzhausen, nebst einem Holze von 325 Ackern er-<br \/>hielt, nachdem vorher im Jahre 1438 schon die drey<br \/>D\u00f6rfer: K\u00f6tzchin, Markowitz und die hohe Heyde an<br \/>die Universit\u00e4t gekommen waren, indem statt des bis-<br \/>herigen Zuschusses von 500 Gulden aus der f\u00fcrstlichen <br \/>Kammer, diese drey D\u00f6rfer ihr ertheilt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch machte sich der Churf\u00fcrst Moriz dadurch um<br \/>die Universit\u00e4t sehr verdient, da\u00df er mehrere Stipen-<br \/>dien f\u00fcr arme Studirende, und zur Speisung derselben<br \/>in dem Convictorio j\u00e4hrlich 600 Dresdner Scheffel Korn<br \/>bestimmte, worin dann au\u00dfer den Churf\u00fcrstlichen Tischen,<br \/>nach und nach durch verschiedene milde Stiftungen meh-<br \/>rere Tische hinzu kamen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der erste Rektor der Universit\u00e4t war Johann von <br \/>M\u00fcnsterberg, welcher das Geld, das er bereits in Prag<br \/>zur Erbauung eines Collegiums f\u00fcr die Schlesier gesam-<br \/>melt hatte, theils zum Ankaufe des Dorfes Drinzin<br \/>in Schlesien, das aber, wegen der gro\u00dfen Entfernung<br \/>bald wieder verkauft ward, theils in seinem Testamente<br \/>zur Erkaufung und Einrichtung des Frauenkollegiums <br \/>bestimmte, welche Bestimmung sein Landsmann Johann<br \/>Hofmann vollzog.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schon bey der Stiftung der Universit\u00e4t, fand die<br \/>Eintheilung derselben in vier Fakult\u00e4ten, die theologi-<br \/>sche, juristische, medicinische und philosophische statt.<br \/>Ueber die Arzneykunst wurden anfangs nur privatim <br \/>Vorlesungen gehalten, aber schon im Jahre 1438 ver-<br \/>ordnete Churf\u00fcrst Friedrich der G\u00fctige, zwey ordentliche<br \/>Professoren der Medicin, und auf Vermittlung des<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(V.)<br \/>Herzogs Georg, ward von der Verlassenschaft des Dok-<br \/>tors der Arznneywissenschhaft Tockler, die dritte medici-<br \/>nische Professur gestiftet, wozu noch, der um die Uni-<br \/>versit\u00e4t so hochverdiente Churf\u00fcrst Moriz, die vierte<br \/>Professur hinzuf\u00fcgte; und dessen Bruder, Churf\u00fcrst Au-<br \/>gust, der medicinischen Fakult\u00e4t auch den botanischen<br \/>Garten neben der Paulinerkirche einrichten lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend des verflossenen Zeitraums von 400 Jah-<br \/>ren, hatte sich die Liepziger Universit\u00e4t, trotz der viel-<br \/>fachen St\u00fcrme und Umwandlungen der Au\u00dfenwelt,<br \/>mit immer zunehmendem sch\u00f6nen Flor, in einem\u00a0 so aus-<br \/>gezeichneten Glanze veredelter Geisteskultur erhalten,<br \/>da\u00df sie als eine um Staat und Vaterland sehr verdiente<br \/>Planzschule der Wissenschaften, von dem In- und dem Aus-<br \/>lande mit besonderer Achtung genannt ward, als endlich<br \/>an dem Schlusse des 1809. Jahres die hundertj\u00e4hrige<br \/>Ged\u00e4chtnisfeyer ihrer ersten Gr\u00fcndung nahte, wozu un-<br \/>ser allbeliebter Landesvater der Universit\u00e4t eine bedeutende<br \/>Summe geschekt hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch ein besonderes Programm [&#8230;]<br \/><br \/>Der interessierte Leser kann ab hier in der <a href=\"https:\/\/digital.slub-dresden.de\/werkansicht\/dlf\/84250\/353\/0\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Originalfraktur<\/a> den Ablauf der Feierlichkeiten weiter verfolgen.<br \/><br \/><br \/><\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><br \/><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 4. Dezember 1809 wurde die Universit\u00e4t Leipzig 400 Jahre alt. Im Anhang des Leipziger Adressbuches 1810 (Leipziger Adre\u00df-, Post- und Reise-Kalender auf das Jahr 1810) findet sich ein 16 <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?page_id=8264\">Lesen Sie weiter &#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":8261,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_crdt_document":"","footnotes":""},"class_list":["post-8264","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/8264","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8264"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/8264\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8424,"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/8264\/revisions\/8424"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/8261"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8264"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}