{"id":3076,"date":"2013-02-28T18:13:22","date_gmt":"2013-02-28T17:13:22","guid":{"rendered":"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=3076"},"modified":"2013-02-28T18:13:22","modified_gmt":"2013-02-28T17:13:22","slug":"digitales-lesen-neue-medien-im-alltag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=3076","title":{"rendered":"Digitales Lesen &#8211; Neue Medien im Alltag"},"content":{"rendered":"<p>Als ich heute in die Stadt fuhr und mein Blick die Mitfahrer in der S8 aufmerksam scannte, rutschte mir pl\u00f6tzlich ein \u00e4lteres Bild zwischen die frischen Eindr\u00fccke.<\/p>\n<blockquote><p>Enge auf den Sitzen, die S\u00fcddeutsche auf dem Scho\u00df, auch mein Gegen\u00fcber liest SZ, und dann der Moment kunstvoll geschickten Umbl\u00e4tterns des Gro\u00dfformats mit kurzem gef\u00e4hrlich anmutenden Ausgreifen der Arme, schnellem vergewissernden und entschuldigenden Blick zu Sitznachbarn und Gegen\u00fcber. Geschafft!<\/p><\/blockquote>\n<p>Mein Rundblick heute trifft kein raschelndes Papier, aber auch keine Blicke. Denn diese sind auf die <strong>Displays von Smartphones, Tablets und ebook-Readern<\/strong> gerichtet. Der eigene Blick auf die digitale Sueddeutsche (SZmobil), die nun sehr handlich ist. <!--more-->Und wenn man beim Umbl\u00e4ttern der Printausgabe &#8211; ob man es wollte oder nicht &#8211; noch diesen kurzen Blick mit seinem Gegen\u00fcber wechselte, vielleicht auch ein leichtes &#8218;Pardon&#8216; murmelte, sind solche unn\u00f6tigen Ablenkungen nun Vergangenheit.<br \/>\nAuf meiner Fahrt habe ich inzwischen vom Smartphone und SZ-Feuilleton zum ebook-Reader mit Mark Twain gewechselt und erfreue mich dessen genealogisch phantastisch-ironischer Autobiographie (&#8222;Eine skurile Autobiografie&#8220;).<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Ich kam ohne Z\u00e4hne auf die Welt &#8230;.&#8220;<br \/>\n&#8222;Meine Eltern waren weder besonders arm noch besonders ehrlich.&#8220; usw.<\/p><\/blockquote>\n<p>Nichts und niemand unterbricht die Konzentration auf den Bildschirm. Fast! Denn pl\u00f6tzlich verdr\u00e4ngt die durchdringende Stimme der Dame drei Reihen vor mir meine Aufmerksamkeit f\u00fcr den amerikanischen Schriftsteller mit l\u00e4ppischen privaten Erlebnissen und Beziehungstratsch.\u00a0 Ihr stummer Gespr\u00e4chspartner ist ein Mobiltelefon.<br \/>\nDer Zeitungsredakteur und sp\u00e4tere Erfolgsautor Mark Twain h\u00e4tte ein solches Szenario selbst mit viel Phantasie kaum ertr\u00e4umen k\u00f6nnen. Wenn aber, w\u00e4re ihm unsere sch\u00f6ne neue Welt sicherlich zu einem gl\u00e4nzenden Satirest\u00fcck geraten.<br \/>\nNicht nur um meine tats\u00e4chliche ebook-Lekt\u00fcre zu beweisen, sondern auch um bei Vroni und anderen Plagen bestehen zu k\u00f6nnen, nenne ich widerwillig zwar, aber daf\u00fcr um so genauer meine Quelle. Es ist<\/p>\n<blockquote><p>Mark Twain: Die Schrecken der deutschen Sprache, Geschichten aus Deutschland, eBook.de Edition, Hamburg 2012, Seite 10 von 128.<\/p><\/blockquote>\n<p>Dies ist \u00fcbrigens mein allererster Versuch mit einem ebook-Zitat. Falls jemand unerwarteter Weise diesen Artikel in 30 Jahren zum Anlass nehmen sollte, mir die Seriosit\u00e4t als Blogger und Genealoge abzusprechen, so erwarte ich keine solche, bitte aber trotzdem schon jetzt vorsorglich um Nachsicht. Eines ist aber klar, k\u00fcnftig werden wir eine Zunahme dieser Quellengattung erleben.<br \/>\n_____________<br \/>\nPS: Kostenloses eBook im epub-Format, erhalten bei www.eBook.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ich heute in die Stadt fuhr und mein Blick die Mitfahrer in der S8 aufmerksam scannte, rutschte mir pl\u00f6tzlich ein \u00e4lteres Bild zwischen die frischen Eindr\u00fccke. 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