{"id":3407,"date":"2013-07-07T12:45:20","date_gmt":"2013-07-07T10:45:20","guid":{"rendered":"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=3407"},"modified":"2018-05-03T18:03:01","modified_gmt":"2018-05-03T18:03:01","slug":"auszug-aus-der-familiengeschichte-nagel-teuthorn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=3407","title":{"rendered":"Auszug aus der Familiengeschichte Nagel-Teuthorn"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #993300;\">Zu meiner Forschungsmethode geh\u00f6rt es u.a. , gezielt Teile meiner Familiengeschichte zu ver\u00f6ffentlichen, um Ankn\u00fcpfungen selbst zu erhalten oder anderen zu geben.\u00a0 Diesem Vorgehen entsprechend folgt hier ein in Schleswig und Holstein spielendes Kapitel aus dem Manuskript meiner derzeit entstehenden Familiengeschichte. Der Zeitrahmen sind die ersten 2\/3 des 19. Jhdts. Ich m\u00f6chte besonders auf den Ort Leck und Paten der Familie aufmerksam machen.<\/span><br \/>\n_______________________________________________________________<\/p>\n<h2>Die Familie Nagel in Leck<\/h2>\n<p>Der erste derzeit bekannte Nachweis f\u00fcr Jens Otto NAGEL (Kiel 1803 &#8211; Leck 1879) in Leck ist seine Eheschlie\u00dfung mit Marie Wilhelmine HATTING am 24. Mai 1836 in St. Willehad. Er wird bis zu seinem Tod in dieser Stadt leben.<\/p>\n<p>Er ist zu dieser Zeit bereits Arzt in Leck. In den vorhandenen Dokumenten wird er auch als Doktor der Medicin, Armenarzt, Landarzt, in der Volkz\u00e4hlung von 1845 als Distriktarzt und in seinem Sterbeeintrag als pensionierter Arzt bezeichnet. Deshalb ist wohl der Schluss zul\u00e4ssig, das er ein beamteter bzw. beh\u00f6rdlich eingesetzter Arzt war.<\/p>\n<p>Seine Frau ist die in Kopenhagen geborene und dort am 6. Juni 1808 getaufte Tochter des Schiffskapit\u00e4ns <!--more-->Hinrich Friedrich Hatting und dessen Ehefrau Johanna Conradine geb. POGLER, beide aus Kopenhagen. Auch in dieser Verbindung wird die Normalit\u00e4t des engen Miteinanders von d\u00e4nischer und deutscher Volksgruppe deutlich.<\/p>\n<p>Das Ehepaar bekommt zwischen 1837 und 1849 acht Kinder. Auch in einer Arztfamilie kommen in dieser Zeit nicht alle Kinder durch. Das erste Kind, die Tochter Charlotte Ottilie wird nur 10 Jahre alt, der darauf folgende Sohn Luis nur 6 Tage, aber das dritte Kind, unsere Urgro\u00dfmutter, \u00fcberlebt. Die darauf folgende Tochter Friederike Louise erreicht nur das 4. Lebensjahr, aber die dann geborenen Kinder wachsen normal heran. Somit erreichen f\u00fcnf Kinder das Erwachsenenalter. Es sind:<\/p>\n<p>Henriette Wilhelmine Fanny<br \/>\n* 19.06.1840 in Leck, \u2020 01.09.1909 in Kiel.<br \/>\nOtto Julius Nicolaus, Buchbinder in Leck<br \/>\n* 03.06.1844 in Leck.<br \/>\nSophie Friederike<br \/>\n* 06.09.1845 in Leck.<br \/>\nEmil Nicolaus, Salesman (traveling)<br \/>\n* 03.12.1847 in Leck, \u2020 10.02.1932 in La Grange Village, Illinois.<br \/>\nFriedrich Nicolaus (Fritz, Fred N.), Salesman<br \/>\n* 11.12.1849 in Leck, \u2020 vor 1910 in U.S..<\/p>\n<p>Alle Kinder leben noch, als beide Eltern Mitte 1879 kurz nacheinander sterben. &#8211; Das Leben in Leck muss relativ karg gewesen sein. Immerhin geht aber aus einer \u00c4u\u00dferung meines Gro\u00dfvaters hervor, dass die Wohnverh\u00e4ltnisse in Leck gro\u00dfz\u00fcgiger als die der Familie Teuthorn in Kiel waren. Die Mehrzahl der Eintr\u00e4ge im Poesiealbum<a href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><\/a> von Fanny Nagel spiegeln eher bedr\u00fcckende Lebensumst\u00e4nde wider als Lebensbejahung und Freude. So entl\u00e4sst der Lecker Landarzt seine Tochter mit dem Ratschlag (1863) in das Leben:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>\u201eDiese Muesahl des Lebens mu\u00df man mit ruhigem Gleichmuth betrachten, dann erst wird das Leben mehr wie ertr\u00e4glich, ja angenehm. Strebe danach, geliebte Tochter, dir diesen Gleichmuth zu erringen und zu erhalten, denn es wird dir oft im Leben \u00fcber manches Unangenehme hinweghelfen, und dir dadurch das Leben [\u2026] sehr erleichtern.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Auch von Schwester Sophie und Bruder Emil gibt es Eintr\u00e4ge in das Poesiealbum. Es ist damit eine sch\u00f6ne Quelle zu verwandtschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen.<\/p>\n<p>Auch die bekannten Paten lassen wichtige R\u00fcckschl\u00fcsse auf Verwandtschaft und Bekanntschaft zu. Au\u00dfer den Eltern werden in der Abfolge der Geburten zwischen 1837 und 1849 folgende Paten genannt:<\/p>\n<ul>\n<li>Pastor Gottlieb HANSEN, in Sieseby, Thumby, * 30.03.1774 in Struxdorf, \u2020 27.08.1850 in Sieseby, Thumby,<\/li>\n<li>Nicoline Wilhelmine Amalie von HEIN (verh_BEHRENS), * (err) 1804.<\/li>\n<li>Louis (Ludwig) BEHRENS , Gutsinspector in Maasleben, Holzdorf.<\/li>\n<li>Pastor NISSEN in L\u00fcgum,<\/li>\n<li>Pastor NISSEN, in Risum,<\/li>\n<li>Henriette verh_M\u00d6LLER, vermutete Mutter des Paul M\u00f6ller.<\/li>\n<li>Friedrich Conrad M\u00dcLLER, Advokat in Leck, bewohnt Hufengeb\u00e4ude, * (err) 1793 in Gl\u00fccksburg<\/li>\n<li>Justizrath K&#8230;ster in Leck,<\/li>\n<li>Detlev NAGEL in Christiana<\/li>\n<li>Juliane Ottilie Lucie SUDE (verh. LINDE), Pastorenfrau, * (s) 1810<\/li>\n<li>Frau Pastorin NISSEN aus L\u00fcgum,<\/li>\n<li>Frau Gerichtsschreiber Sophia Auguste KR\u00dcGER, in Leck, * (err) 1803,<\/li>\n<li>Nicolaus Friedrich NISSEN, Pastor in Risum, Risum-Lindholm, * 25.03.1802 in Apenrade, \u2020 07.03.1886 in Wanderup<\/li>\n<li>Emil HOLST in Leck,<\/li>\n<li>Louise BEHRENS, Hauswirtschaft in Leck, * (err) 1829<\/li>\n<li>Henriette M\u00dcLLER<\/li>\n<li>Pastor in Ladelund Friedrich Carl Ferdinand HINRICHSEN, * 15.06.1797 in Gl\u00fccksburg, \u2020 19.05.1852 in Ladelund.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Volksz\u00e4hlung von 1845 verdanken wir eine sch\u00f6ne Momentaufnahme unserer Arztfamilie. Auch die Paten erhalten durch diese Datenerhebung weitere Kontur. Neben dem Ehepaar Nagel mit vier unm\u00fcndigen Kindern lebt auch die 30-j\u00e4hrige unverheiratete Anna Catharina Petersen im Haushalt sowie die 16-j\u00e4hrige Louise Behrens. Da letztere zwei Jahre sp\u00e4ter auch als Patin f\u00fcr den Sohn Emil erscheint, k\u00f6nnte sie die Tochter der befreundeten Familie Behrens sein, deren Vater die Stelle eines Gutsverwalters auf dem Hof Maasleben bekleidet. Wahrscheinlich h\u00e4lt sie sich hier w\u00e4hrend eines Haushaltsjahrs auf. Die Wohnung der Familie ist ein \u201eKathengeb\u00e4ude\u201c. Der Advocat M\u00fcller (ebenfalls Pate) bewohnt ein Hufengeb\u00e4ude.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Rekonstruktionsversuch des Lebens des Jens Otto Nagel gilt, was ich weiter vorne zu Ego-Dokumenten gesagt habe. Die einzige Aufzeichnung von eigener Hand ist der Eintrag in das Poesiealbum seiner Tochter. Durch die Abfolge der Kirchenbucheintr\u00e4ge und der Hinweise auf die Taufdaten seiner Kinder entsteht eine vage Ahnung von seinem und dem Leben seiner Familie.<br \/>\nDie Bedeutung von Familie scheint noch einmal in einer weiteren Momentaufnahme bei den Sterbeeintr\u00e4gen der Eheleute durch, die im Abstand von nur 14 Tagen am 28. Mai 1879 (sie) und 15. Juni 1879 (er) diese Welt verlassen.<\/p>\n<p>Der Pfarrer hat die Hinterbliebenen s\u00e4uberlich aufgef\u00fchrt. Sophie ist mit 34 Jahren noch ledig und hat damit wohl keine Ehechance mehr. Zwei S\u00f6hne sind bereits um 1869 nach Amerika ausgewandert und dort im Handel t\u00e4tig. Aber der 35-j\u00e4hrige Otto Julius Nicolaus arbeitet noch als Buchbinder in Leck. Er wird vier Jahre sp\u00e4ter seinen Br\u00fcdern nachreisen. Und Fanny ist in Kiel verheiratet.<\/p>\n<p>Damit m\u00fcssen wir nun zwei Spuren folgen, die von Leck wegf\u00fchren, die eine nach Amerika, die andere zur\u00fcck nach Kiel zu Jens Ottos Schwester Louise. Um die bereits erw\u00e4hnte enge Verbindung zwischen Leck und Kiel zu verstehen, m\u00fcssen wir uns ihr zuwenden.<br \/>\n__________________________________________________________<br \/>\nDieser Artikel ist Teil meines Projektes, das ich hier bereits vorgestellt hatte:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=3164\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=3164<\/a><br \/>\n__________________________________________________________<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu meiner Forschungsmethode geh\u00f6rt es u.a. , gezielt Teile meiner Familiengeschichte zu ver\u00f6ffentlichen, um Ankn\u00fcpfungen selbst zu erhalten oder anderen zu geben.\u00a0 Diesem Vorgehen entsprechend folgt hier ein in Schleswig <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=3407\">Lesen Sie weiter &#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_crdt_document":"","footnotes":""},"categories":[3,9,38,19,25],"tags":[236,252,287,293,296,352,398],"class_list":["post-3407","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-auswanderung","category-geschichte","category-nagel","category-schleswig-holstein","category-bachmann-corvinus","tag-leck","tag-matrikel","tag-paten","tag-pfarrer","tag-poesiealbum","tag-stammbuch","tag-volkszahlung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3407","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3407"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3407\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7256,"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3407\/revisions\/7256"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3407"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3407"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3407"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}