{"id":55,"date":"2008-09-13T21:06:48","date_gmt":"2008-09-13T14:06:48","guid":{"rendered":"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=55"},"modified":"2018-07-04T15:42:41","modified_gmt":"2018-07-04T15:42:41","slug":"per-postkutsche-und-segler-nach-amerika-eine-ganz-normale-reise-im-jahr-1831","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=55","title":{"rendered":"Per Postkutsche und Segler nach Amerika &#8211; eine ganz normale Reise im Jahr 1831"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_7250\" aria-describedby=\"caption-attachment-7250\" style=\"width: 150px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/roebling-seglerzeichnung.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-7250 size-thumbnail\" src=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/wp-content\/uploads\/2008\/09\/roebling-seglerzeichnung-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7250\" class=\"wp-caption-text\">Zeichnung aus dem Tafelteil von R\u00f6blings Originalbuch aus 1822<\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"color: #993300;\"><strong>Johann August R\u00f6bling<\/strong>: <em>Tagebuch meiner Reise von M\u00fchlhausen in Th\u00fcringen nach den Vereinigten Staaten von Amerika im Jahre 1831<\/em>, geschrieben f\u00fcr meine Freunde, durch zeitgen\u00f6ssische Texte und Abbildungen kommentierte Ausgabe, Herausgegeben von Iris Roebling unter Mitarbeit von Eyk Henze, Halle 2006, ISBN 3-89812-388-X\u00a0 und ISBN 978&#8211;3-89812-388-4, [Original, Eschwege 1832].<\/span><br \/>\nDie Reisenden brechen am 11. Mai morgens in M\u00fchlhausen auf und sind schon nach drei Tagen, am 13. Mai in Bremen. Am 22.\u00a0 Mai, dem Pfingstsonntag des Jahres 1831 sticht die August Eduard in See.\u00a0 An Bord sind etwa 100 Passagiere. <strong>Die Reise von Bremen nach Philadelphia dauerte 77 Tage<\/strong>, damit etwas l\u00e4nger als die Norm f\u00fcr eine schnelle \u00dcberfahrt, die mit rund 60 Tagen angesetzt war. &#8211; R\u00f6bling h\u00e4lt viele Beobachtungen n\u00fcchtern und detailliert fest &#8211; man erkennt darin den Ingenieur -, damit sich seine Freunde in Deutschland ein Bild machen k\u00f6nnen.\u00a0 Im Folgenden greife ich einige Zitate zur Bek\u00f6stigung der Zwischendeckpassagiere heraus.\u00a0 R\u00f6bling selbst reist in der Kaj\u00fcte.<!--more--><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">S. 41,<br \/>\n<em>&#8222;Zum <strong>Fr\u00fchst\u00fcck <\/strong>wird einen Morgen um den andern Kaffee oder Gr\u00fctze gegeben. Vom Kaffee werden 8 Pfund f\u00fcr die ganze Woche f\u00fcr s\u00e4mmtliche Zwischendeckpassagiere bestimmt; derselbe wird in einem gro\u00dfen Kessel zubereitet und so ausgetheilt. <\/em>[R\u00f6bling interessiert sich sichtlich f\u00fcr die Organisation]<em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em><strong>Mittagsspeiseplan<\/strong>: Mo 1\/2 Pf. Speck mit Erbsen und Kartoffeln &#8211; Di 3\/4 Pf. Fleisch mit grauen Erbsen &#8211; Mi 1\/2 Pf. Speck mit Bohnen &#8211; Do 3\/4 Pf. Fleisch mit Sauerkohl oder Erbsen &#8211; Fr 3\/4 Pf. Fleisch mit grauen Erbsen &#8211; Sa Gr\u00fctze mit Pflaumen &#8211; So 3\/4 Pf. Fleisch mit Pudding oder Kartoffeln.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>F\u00fcr den <strong>Abend <\/strong>legen sich die Passagiere Fleisch vom Mittag zur\u00fcck, wozu sie aufgew\u00e4rmtes Gem\u00fcse erhalten, welches der Koch vom Mittage \u00fcbrig behalten hat. Die Speisen werden vom Koche in Portionen f\u00fcr 10 volle Personen ausgetheilt, die sich darin wiederum zu theilen haben.<br \/>\nAu\u00dferdem erh\u00e4lt jeder volle [ab 12 Jahren] Passagier f\u00fcr die ganze Woche 3\/4 Pf. Butter und t\u00e4glich 3\/4 Pf. Schiffsbrod (Schiffszwieback). F\u00fcr die ganze Reise ist auf jede volle Person 1 Oxhoft [rund 218 Liter] Wasser zugerechnet, welches jeden Morgen herausgegeben wird. Die Vertheilung desselben kann t\u00e4glich zweimal geschehen. Zum Waschen und Reinigen der Gef\u00e4\u00dfe darf blos Seewasser verbraucht werden.&#8220; &#8222;Je nachdem das Betragen der Passagiere ist, soll ihnen t\u00e4glich ein Glas Branntwein und Sonnabend Abends Warmbier gegeben werden.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">S. 47-48<br \/>\n<em>&#8222;Was die Bek\u00f6stigung der Zwischendeckpassagiere betrifft, so erfolgt sie, wie oben angegeben; die Speisen sind gut und kr\u00e4ftig und werden so reichhaltig gegeben, da\u00df sie jetzt Niemand verzehren kann. Alle k\u00f6nnen Brod und Fleisch zur\u00fccklegen und [&#8230;]&#8220;. &#8222;<strong>Die F\u00e4sser sind aus der Weser gef\u00fcllt; das Weserwasser aus dem Flu\u00df selbst schmeckt mir aber besser.<\/strong> [&#8230;] Wenn geh\u00f6rige Ordnung gehalten wird, werden wir \u00dcberfluss an allen Lebensmitteln haben. Die Verproviantierung ist auf 90 Tage berechnet, wie es das Gesetz vorschreibt. Es sind zusammen 7000 Pf. Brod, 3000 Pf. Fleisch und Speck, 68 F\u00e4sser Wasser \u00e0 2 Oxhoft [&#8230;] und hinreichende Parthien H\u00fclsenfr\u00fcchte, auch eine Parthie Kartoffeln, Sauerkraut etc., mitgenommen worden, nebst feineren Speisen f\u00fcr die Caj\u00fctte. Au\u00dferdem sind eine Parthie H\u00fchner f\u00fcr die Caj\u00fctte an Bord; auch hat sich der Kapit\u00e4n mit Kaffee, Wein. Thee, Zucker, Bier, Essig und dergl. versehen. &#8220; <\/em>Es folgen noch einige Angaben f\u00fcr die Kaj\u00fctenpassagiere, u. a. zu Bier in &#8218;besonderer G\u00fcte und St\u00e4rke in <em>&#8218;gut gepfropften gl\u00e4sernen Bouteillen&#8216;<\/em>.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">S. 54-55,<br \/>\nhier folgt eine Beschreibung der reichhaltigeren Bek\u00f6stigung der Kaj\u00fctenpassagiere, dann Ratschl\u00e4ge, was man privat mitnehmen sollte, n\u00e4mlich: <em>&#8222;Hausbackenbrod von M\u00fchlhausen aus mitgenommen, hatte nach 3 Wochen auf der See, noch einen vortrefflichen Geschmack. Wenn man solches Brod gut ausb\u00e4ckt, jedes einzelne mit Papier \u00fcberklebt und gut gegen Feuchtigkeit verwahrt, so w\u00fcrde es noch viel l\u00e4nger zur See erhalten werden k\u00f6nnen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">An anderer Stelle ist auch von Reis sowie von Bier- und Weinsuppen die Rede. Zu letzteren nennt die Herausgeberin auf S. 22 auch Rezepte, die in dieser Form allerdings wohl kaum auf dem Schiff zuzubereiten waren. Die wichtigsten Zutaten der Biersuppe waren &#8211; wenn wir dem Rezept folgen &#8211; neben einer relativ kleinen Menge Bier,\u00a0 vor allem Zwiebeln.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\">(Das vorgestellte Buch ist derzeit im Buchhandel erh\u00e4tlich.)<br \/>\nSiehe\u00a0 auch<a href=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=675\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=675<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johann August R\u00f6bling: Tagebuch meiner Reise von M\u00fchlhausen in Th\u00fcringen nach den Vereinigten Staaten von Amerika im Jahre 1831, geschrieben f\u00fcr meine Freunde, durch zeitgen\u00f6ssische Texte und Abbildungen kommentierte Ausgabe, <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=55\">Lesen Sie weiter &#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":7250,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_crdt_document":"","footnotes":""},"categories":[3,9,11,17],"tags":[70,80,263,321,331,336,414],"class_list":["post-55","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-auswanderung","category-geschichte","category-literatur","category-reisen","tag-atlantikuberquerung","tag-bier","tag-muhlhausen","tag-robling","tag-schiffskost","tag-segelschiff","tag-zwischendeck"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/55","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=55"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/55\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7252,"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/55\/revisions\/7252"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/7250"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=55"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=55"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=55"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}