{"id":5534,"date":"2016-08-31T01:35:33","date_gmt":"2016-08-30T23:35:33","guid":{"rendered":"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=5534"},"modified":"2018-08-01T16:27:23","modified_gmt":"2018-08-01T16:27:23","slug":"der-griff-in-mein-bucherregal-iv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=5534","title":{"rendered":"Der Griff in mein B\u00fccherregal (III)"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_5535\" aria-describedby=\"caption-attachment-5535\" style=\"width: 262px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/fontane-kinderjahre.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-5535\" title=\"fontane-kinderjahre\" src=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/fontane-kinderjahre-262x350.jpg\" alt=\"\" width=\"262\" height=\"350\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-5535\" class=\"wp-caption-text\">Titelbild des eBook f\u00fcr starke 0,99 \u20ac<\/figcaption><\/figure>\n<p>Theodor Fontane (1819-1898) ist einer der ganz Gro\u00dfen des deutschen Literaturkanons. Und das Wunderbare ist, dass seine Texte sich nach nun mehr als 100 Jahren noch herrlich frisch lesen, sein Humor uns auch heute noch zum Schmunzeln bringt und seine Meisterschaft, Personen zu beschreiben, uns seine Charaktere lebendig entgegentreten l\u00e4sst. Das Sch\u00f6nste f\u00fcr den Genealogen und Historiker aber ist, dass wir durch seine Beschreibungs- und Charakterisierungskunst eine Vorstellung von Orten, Berufen, zeitbedingten Zw\u00e4ngen und gesellschaftlichem Verhalten vor Augen haben und somit \u00fcber die Lekt\u00fcre den Zeitgeist des 19. Jahrhunderts erleben.<!--more--><br \/>\nGeographisch gesehen liegt mit den <strong><em>Wanderungen durch die Mark Brandenburg<\/em><\/strong> der Erkenntnisgewinn f\u00fcr den Familienforscher nat\u00fcrlich in dieser Region.\u00a0 Aber mit dem 1894 erschienenen <strong><em>Meine Kinderjahre<\/em><\/strong> kommt auch das pommersche Swinem\u00fcnde in das Blickfeld.<br \/>\n1827 erwarb Fontanes Vater die Apotheke in Swinem\u00fcnde. Die Familie blieb dort bis 1832. Meisterhaft beschreibt Fontane den Ort und den gesellschaftlichen Umgang seiner Eltern. Auch Theodor ergriff sp\u00e4ter wie sein Vater zun\u00e4chst den Beruf des Apothekers. Damit gibt es nat\u00fcrlich viele gute Einsichten zu diesem Beruf.<br \/>\n100 Jahre danach zog meine Gro\u00dfmutter Erica nach Swinem\u00fcnde. Die Stadt hatte sich sicherlich ver\u00e4ndert, aber es war f\u00fcr mich nun hochinteressant, mich mit Fontanes Text in das alte Swinem\u00fcnde zu versetzen. Wer die heute polnische Stadt besucht, dem gelingt es immer noch, sich mit Fontane im Gep\u00e4ck im heutigen Swinem\u00fcnde zu orientieren.<br \/>\nMich hat aber an diesem Buch mit dem Blick des Genealogen noch etwas anderes fasziniert. Es ist sind die ersten 10 bis 15 Seiten mit der Erz\u00e4hlung von der Herkunft seiner Gro\u00dfeltern, franz\u00f6sischer Hugenotten. K\u00f6stlich, wie sich sowohl\u00a0 Gro\u00dfvater wie Gro\u00dfmutter in der Erinnerung eine Herkunftskette basteln, die mit gro\u00dfz\u00fcgiger Unsch\u00e4rfe \u00fcber gedachte Verwandtschaften zu Kardin\u00e4len und anderen wichtigen Pers\u00f6nlichkeiten letztlich zu einer bedeutsamen Ahnenkette f\u00fchrt. Das ist wunderbar beil\u00e4ufig erz\u00e4hlt, leicht sp\u00f6ttisch, aber ohne zu verletzen, und erinnert uns nat\u00fcrlich sofort an den Stolz von Kollegen mit vermeintlichen (gelegentlich auch echten) Vorfahrenlinien zu Goethe oder Karl dem Gro\u00dfen.<br \/>\nDer Hammer kommt zuletzt. <strong><em>Meine Kinderjahre<\/em><\/strong> ist als <a href=\"https:\/\/www.genialokal.de\/Produkt\/Theodor-Fontane\/Theodor-Fontane-Kindheit-Jugend-und-Krieg-Vollstaendige-Ausgabe_lid_29210767.html?storeID=leselust\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">epub-eBook<\/a> zusammen mit dem Text <strong><em>Von Zwanzig bis Drei\u00dfig<\/em><\/strong> f\u00fcr\u00a0 0,49 \u20ac zu erwerben.<br \/>\n________<br \/>\nIn der Reihe \u2018Griff in mein B\u00fccherregal\u2019 auch:<br \/>\nI\u00a0 \u00a0 <a href=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=5039\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ulrich Wehler<\/a><br \/>\nII \u00a0 <a href=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=5061\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">van D\u00fclmen<\/a><br \/>\nIII <a href=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=5534\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a0Theodor Fontane<\/a><br \/>\nIV\u00a0<a href=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=6574\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Historischer Stadbildatlas Kiel<\/a><br \/>\nV\u00a0\u00a0 <a href=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=4533\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gustav Freytag <\/a><br \/>\nVI\u00a0 <a href=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=7889\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Eric Hobsbawm<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Theodor Fontane (1819-1898) ist einer der ganz Gro\u00dfen des deutschen Literaturkanons. 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