{"id":7889,"date":"2018-08-01T10:49:33","date_gmt":"2018-08-01T10:49:33","guid":{"rendered":"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=7889"},"modified":"2018-12-05T12:50:31","modified_gmt":"2018-12-05T12:50:31","slug":"der-griff-in-mein-buecherregal-vi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=7889","title":{"rendered":"Der Griff in mein B\u00fccherregal (VI)"},"content":{"rendered":"<h3>Eric Hobsbawm: Das Zeitalter der Extreme \/ Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts \/ hier: Die kulturelle Revolution ( 11. Kapitel)<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/135358.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-7902 size-medium\" src=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/135358-204x300.jpg\" alt=\"\" width=\"204\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/135358-204x300.jpg 204w, https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/135358-768x1132.jpg 768w, https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/135358-695x1024.jpg 695w, https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/135358-102x150.jpg 102w, https:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/135358.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 204px) 100vw, 204px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"padding-left: 60px;\">Aus einer Rezension in der SZ vom 2.\/3. Okt. 2012:<br \/>\n<span style=\"color: #993300;\"><em>Im vierten Band, &#8222;Zeitalter der Extreme&#8220;, einem fabelhaft guten, weltumspannenden Buch, wird das 20. Jahrhundert als eine Epoche beschrieben, die 1914 begann und 1989 endete. Ein gro\u00dfer Teil der historischen Zunft hat diese Einteilung angenommen.<\/em><\/span><\/p>\n<p>Im klimatisierten ICE war meine gestrige Reise \u00fcber die 1000 km-Distanz von Schleswig-Holstein nach M\u00fcnchen, einmal abgesehen von der \u00fcber dem Land lastenden Hitze, angenehmer als sie es im Auto oder Flieger h\u00e4tte sein k\u00f6nnen. Bahnreisezeit ist auch Lesezeit!<\/p>\n<p>Ich hatte das elfte Kapitel &#8211; Die kulturelle Revolution &#8211; aufgeschlagen, und gleich mit dem ersten Unterabschnitt nahmen meine genealogischen Antennen Hobsbawms Zusammenfassung der einschneidenden Ver\u00e4nderungen in <strong>Haushalt, Familie und Partnerschaft<\/strong> in meinen Kosmos zur Famileingschichtsforschung auf. Hobsbawm beginnt:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;Der vielversprechenste Zugang zu dieser kulturellen Revoution f\u00fchrt \u00fcber die Familie und den Haushalt, also die Beziehugsstrukturen zwischen den Geschlechtern und den Generationen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Er beschreibt die Kernfamilie innerhalb einer wie auch immer gearteten Lebensgemeinschaft, um dann festzustellen,<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>&#8222;In der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts haben sich diese grundlegenden und lange bew\u00e4hrten Arrangements mit rasender Gechwindigkeit zu \u00e4ndern begonnen, und zwar am dramatischsten in den entwickelten westlichen L\u00e4ndern.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Er belegt diese Feststellung u.a. mit zunehmenden Scheidungsraten und abnehmenden Kernfamilien (Ehe plus Kind) an der Gesamtzahl der Haushalte.<\/p>\n<p>Ja, Moral, Sexualit\u00e4t, Dauer von Partnerschaftsbeziehungen haben sich seit der noch vor einem halben Jahrhundert \u00fcberlieferten und noch in der Jugend von uns \u00c4lteren als nahezu unverr\u00fcckbar angesehenen Form in recht kurzer Zeit fundamental ge\u00e4ndert. Dass dies eine mit gewissen zeitlichen Verschiebungen weltweite Entwicklung ist, stellt der Autor, der ja keine Regioal-, sondern Weltgeschichte schreibt, anhand von Beispielen \u00fcberzeugend und fesselnd dar.<\/p>\n<p>Nun ist das alles aus unserer jeweiligen Perspektive eigentlich \u00fcberhaupt nichts Neues. Wir haben ja unserer eigenen Erfahrungen und beobachten unsere unmittelbare Umgebung. Das Interessante und f\u00fcr mich durchaus auch Wirkungsvolle dieser zusammenfassenden Betrachtung ist aber, dass hiermit eine Entwicklung zu einem wohl unumkehrbaren Zustand ausgesprochen deutlich bewusst gemacht wird. Und dieser wird in dem von uns \u00fcberschaubaren Bereich nun noch durch die Auswirkungen einer verst\u00e4rkten, von Hobsbawm hier nicht behandelten, Migration verst\u00e4rkt werden.<\/p>\n<p>Uns, die wir traditionelle Familienforschung betreiben, die \u00fcblicherweise zu allererst weit in die Vergangenheit gerichtet ist, mag das zun\u00e4chst noch wenig ber\u00fchren. Doch schon f\u00fcr unsere Kinder und Enkel wird die neue Form des Zusammenlebens neben weiteren kulturellen Ver\u00e4nderungen Normalit\u00e4t sein. Also muss diese neue Realit\u00e4t auch abgebildet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das kann nicht nur, sondern wird Auswirkungen auf unser Hobby haben, wenn die n\u00e4chsten Generationen es fortf\u00fchren. Es wird nicht nur darum gehen, wie k\u00fcnftig erweiterte <strong>Beziehungsdaten<\/strong> per Software erfasst werden k\u00f6nnen, sondern vermehrt auch darum, wie die nun Tatsache gewordenen beschriebenen Ver\u00e4nderungen in sozialer Gemeinschaft f\u00fcr das, was wir Familiengeschichte nennen, festgehalten werden k\u00f6nnen und in die Familiengeschichtsschreibung einflie\u00dfen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>(Eric Hobsbawm hat mich in diesem Blog schon einmal besch\u00e4ftigt, n\u00e4mlich unter <a href=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=1427\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=1427 <\/a>, und mit der Frage, wie aus einem Obstbaum ein Hobsbawm wurde?)<\/p>\n<p>PT 1.8.2018<\/p>\n<hr \/>\n<p>In der Reihe \u2018Griff in mein B\u00fccherregal\u2019 auch:<br \/>\nI&nbsp; &nbsp; <a href=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=5039\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ulrich Wehler<\/a><br \/>\nII &nbsp; <a href=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=5061\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">van D\u00fclmen<\/a><br \/>\nIII <a href=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=5534\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&nbsp;Theodor Fontane<\/a><br \/>\nIV&nbsp;<a href=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=6574\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Historischer Stadbildatlas Kiel<\/a><br \/>\nV&nbsp;&nbsp; <a href=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=4533\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Gustav Freitag <\/a><br \/>\nVI&nbsp; <a href=\"http:\/\/teuthorn.net\/feuilleton\/?p=7889\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Eric Hobsbawm<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eric Hobsbawm: Das Zeitalter der Extreme \/ Weltgeschichte des 20. 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