Vor der Einschulung unserer Tochter verbrachten 1981 wir eine schöne Zeit auf dem Pilion. Mitten in dem Dorf Zagora begrüßte mich die Werbung meines Arbeitgebers. Ich fand das eigentlich nicht so toll und machte ein Photo für meine Raritätensammlung. Beim Aufräumen fiel es mir nun wieder in die Hände.

23.11.2009

Schulferien

Wer Reisen plant, sollte die Termine der Schulferien kennen.

Einfach und übersichtlich! Hier kann man nachsehen: Ferienkalender

Six giraffes escaping  Statue of Liberty at early November

Giraffes escaping Statue of Liberty in early November

Walking Brooklyn Bridge …. remembering the 140th aniversary of John August Roebling’s death.

(If the Flickr-Diashow does not open, install Adobe Flash Player.  Addionally try the album here and operate on flickr-Website.)

Bahnfahrt Calbe-Ost bis Muenchen
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Der Bahnhof Calbe-Ost ist mein Startpunkt für die den heutigen Tag ausfüllende Bahnfahrt.  Das muss man erst einmal wissen. Ich wäre in der Annahme, Calbe habe nur einen Bahnhof,  beinahe zum falschen gefahren.  Trotz Beschreibung ist der Weg dorthin ein kleines Abenteuer.

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Ein Abenteuer ist auch die heutige Bahnfahrt. Nach Umsteigen in Halle, Leipzig, Reichenbach (Vogtland) und Nürnberg bin ich um 9 Uhr abends zu Hause. Das hätte ich vielleicht besser machen können.

Anstrengende aber erlebnis- und erfahrungsreiche Tage liegen hinter mir. Und was das Wetter betrifft, fühle ich mich wie ein Liebling der Götter.

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Bernburg – Barby – Calbe (65 km)

Um kurz nach 13 Uhr kippe ich auf dem Museumsschiff in Heinrichshagen eine große Apfelsaftschorle in mich hinein. Vor allem aber blicke ich auf einen großen breiten Strom. Hurra, die Elbe ist erreicht.

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…….  Die Saalemündung in die Elbe sehe ich nach zweimaliger Fährüberquerung der Elbe 2 Stunden später.

 Einmündung der Saale in die Elbe

Einmündung der Saale in die Elbe

Weil ich für meine morgige Rückreise einen Bahnhof brauche, radle ich nach Calbe zurück.  Das  Restaurant Saalblick hat aufgegeben und so bleibt mir der “Marktblick” vor dem Restaurant Brauner Hirsch und ich tausche Erfahrungen mit einem Radler aus, der von Jena aus auf dem Weg nach Berlin ist. Das Gästehaus Rehbein Bed & Breakfast in der Schlosstr. 109 ist ein Tipp. Zentral, zweckmäßig und liebevoll eingerichtet.

Karte zur 8. Etappe:  http://www.saale-radwanderweg.de/index2.htm

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Bad Kösen – Bernburg (85 km)

Bis Halle sind es etwa 20 km. Durch Straßenbauarbeiten wird es kurz vor Halle etwas unübersichtlich. Ein Einheimischer Radler hat Gefallen daran, mich ein Stück weit zu lotsen. Dabei unterqueren wir auch die riesigen Brückenbauten für die künftige IC-Trasse.  Imbiss auf einem Restauranschiff am Rive-Ufer in Halle. Es zieht sich bis ich Halle verlassen habe.  Bei Kröllwitz reicht mir das Gewurschtl, ich verlasse die Uferstraße und gelange über über die Straße direkt zu Fähre von Brachwitz.  Nun geht es rechts der Saale fast unablässig über asphaltierten Radweg. Als kleines Problem stellen sich fehlende Rastmöglichkeiten heraus. Weder in Wettin, Rothenburg sondern erst in Georgsburg finde ich ein Lokal, das dann allerdings besonders schön direkt an der Saale liegt.

Bernburg hat eine Talstadt (links der Saale) und die Bergstadt mit Schlossanlage (rechts der Saale).  Angenehme Unterkunft in der Pension Günther.  Ganz phantastisch ist dann der Abend im  Gasthof Lindenhof.  Tolles Flair an diesen heißen letzten Augusttag unter Kastanien und Linden auf dem Rundplatz vor der Gaststätte.

Bernburg kommt gleich neben Saalfeld, Jenaer Altstadt , Schulpforta, Merseburger Dombezirk  und Bad Kösen auf meine Hitliste.

Karte zur 7. Etappe:  http://www.saale-radwanderweg.de/index2.htm

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Bad Kösen – Merseburg (65 km)

Schön langsam geht es aus Bad Kösen heraus. Der Radweg führt links der Saale bald an Weinhängen des Landesweinguts Schulpforta vorbei.

An einem Steg geht es über die Saale und zu dem rechtssaalisch liegenden ehemaligen Kloster, das über Jahrhunderte die berühmte Fürsten-, dann Landesschule Pforta beherbergte, die seit der Reformation im Dreiklang mit den gleichartigen Schulen Grimma und Meißen den Studentennachwuchs  insbesondere für die Universitäten Wittenberg und Leipzig mit dem Ziel vorbereiteten, künftige Theologen, Lehrer und Verwaltungsbeamte heranzubilden.

Als Radler kann man nur ein eiliger Gast sein.  Trotzdem empfand ich diesen Ort als eines der Highlights meiner Tour. Die Details vertieft man zu Hause. Das ist immer dasselbe. Vor Ort versuche ich die Atmosphäre des Platzes aufzunehmen, Räume und Inventar im Zusammenspiel mit Landschaft auf mich wirken zu lassen.  Das vergisst man nicht mehr und hat es beim Bücherstudium vor Augen. Es ist Sonntag und in der altehrwürdigen Kirche stimmt eine Besuchergruppe ein, zwei Chorlieder an.  Man hat das öfter, aber wie kann man einen Kirchenraum besser emotional erfahren als bei diesem “Heilig, heilig, heilig, heilig ist der Herr..”, dem Santus aus Schuberts Deutscher Messe. Das ergreift, und es braucht nichts weiter, um die religiösen Wurzeln dieses  Ortes wundersam zu spüren.

Rast am Alten Felsenkeller

Rast am Alten Felsenkeller

Zurück auf dem Saaleradweg ist es ein angenehmes Fahren auf bestem Belag immer direkt rechts der Saale, die nun in weitem Bogen um Naumburg herumführt.  Den Dom mit seinen berühmten Stifterfiguren, allen voran der idealisierten und damit vielleicht etwas überbewerteten Uta, hatten wir anlässlich des Unstrutradelns im Frühjahr gesehen.  Kurzes Verweilen am Unstrutzufluss und weiter geht es Richtung Weißenfels.

Eigentlich hatte ich auf dem weiteren Weg die rekonstruierte jungsteinzeitliche Ringanlage bei Gosek, das älteste entdeckte Sonnenobservatorium der Welt, besuchen wollen. Aber ich lasse es diesmal aus.

Weißenfels, die Schuhmetropole der ehemaligen DDR wirkt ärmlich, obwohl ich bei einer kurzen Mittagsrast auf dem Markplatz einen schönen Blick auf Rathaus und Kirche habe. Die Stadt gehört zu diesen Plätzen, die mich traurig machen.

Das Radeln war heute angenehm, aber die letzten Kilometer an Leuna vorbei machten keinen Spaß.  Sauber aber trist und eintönig.  Merseburg erscheint mir zunächst ausgestorben wüst. Aber ich komme immerhin gegen 16 Uhr direkt auf dem Domplatz an. Im Domladen bekomme ich einen guten Tip für die “Pension der besonderen Art, die Adresse für Wohnen mit moderner Kunst in historischem Gemäuer”. (http://www.pension-der-besonderen-art.de/). In den Möbeln des Metallbildhauers Klaus-Dieter Urban ließ es sich gut wohnen/schlafen.

In meinem kreativ gestalteten Zimmer schwebte der einem Himmelbett nachempfundene Baldachin in Form einer leuchtenden  Sprungfedermatratze über mir. Weitere Metallmöbel, ebenso im schön gestalteten Frühstücksraum. Ein besonderes Erlebnis und guter Schlaf.

Am nächsten Morgen vor der Weiterfahrt kurzer Besuch des Doms. An Thietmar von Merseburg, dem Chronisten der Ottonen zur Zeit Heinrichs II. , kommt kein Student der Geschichte vorbei.  Bei meiner Klausur zu Mittelalter-Latein hatte ich mich mit einem seiner Texte auseinanderzusetzen.  Thietmar, der hier Bischoff war, ist der Initiator des Doms.

Karte zur 6. Etappe:  http://www.saale-radwanderweg.de/index2.htm

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Jena – Bad Kösen ( 35 km)

An der Saale hellem Strande
stehen Burgen stolz und kühn
Ihre Dächer sind zerfallen,
und der Wind streicht durch die Hallen,
Wolken ziehen d´rüber hin.

(erste Strophe des Saaleliedes, das Anfang des 19. Jahrhunderts
auf der Rudelsburg entstanden sein soll.)

Ein erster Höhepunkt der heutigen Route war der Blick auf die Dornburger Schlösser **.  Besonders ansprechend wirkt auf mich aus der Talsicht das Rokokoschloss.

Die Dornburger Schlösser

Die Dornburger Schlösser

Nach kurzem Zögern spare ich mir den Aufstieg, fasse aber den Plan, anlässlich einer meiner Thüringen-Reisen einen Abstecher hierher zu machen.

Goethe soll den Ort des öfteren anlässlich Dienstreisen in das Amt Dornburg besucht haben und hielt sich 1828 hier länger auf. Für den Sammler von Park- und Gartenkultur dürfte die von Carl August Sckell geschaffene Anlage wichtig sein. Er war ein Neffe des königlich-bayerischen  Hofgarten-Intendanten Friedrich Ludwig von Sckell, dessen Schwiegersohn und später Nachfolger er wurde.  Besser als meine Bemerkungen lässt sich ein guter Eindruck über die schön und übersichtlich gemachte Website http://www.dornburg-saale.de/pages/dornburger-schloesser.php gewinnen.

Im weiteren Streckenverlauf gefiel mir ein schöner Rastpunkt an der Brücke über die Saale bei Kaatschen.  Knapp nebeneinander liegen ein kleiner Imbissstand und ein Weinlokal. Während ich mich stärke, beobachte ich Kanuten und Schlauchbootfahrer, die hier halten. Von hier kann man auch in das Ilmtal gelangen.

Leider wird der Radweg wegen einer maroden Brücke zur Zeit weit über die Hügel umgeleitet. So komme ich über Rödigen und Tultewitz oberhalb der Burgen Saaleck und Rudelsburg heraus und an dem Rittergut Kreipitzsch (heutiges 3-Sterne-Hotel) vorbei.  Das ist ein altes Herrenhaus mit schönem Park*.

Rückblick auf die Saaleburgen und Talblick. Und ein paar Schritte weiter, direkt an der Abbruchkante zum Saaletal das Löwendenkmal zum Andenken an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Corpsstudenten (1926). Da macht es doch gleich Klick: Gefallene – Löwe – Chaironeia. Wer sich sich für Denkmale als Erinnerungsstätten von Geschichtsrezeption interessiert, erfährt mehr auf http://www.bismarck-denkmal.de/index.php?option=com_content&task=view&id=26&Itemid=40.

Am frühen Nachmittag sitze ich zwischen Saale und Loreleypromenade* unter weißgrauem Himmel bei starkem warmen Sommerwind auf der Terasse des Hotels “Am Wehrdamm”.  Blick auf das Wehr, umsteigende  Kanuten und auf das Gestänge des restaurierten historischen Gradierwerks.  Toller Platz, tolles Wetter. Mein Quartier habe ich im Hotel Loreley direkt an der Uferpromenade mit Blick auf die Saale genommen.

Ein solches Gradierwerk-Ensemble  dieser hatte ich noch nicht gesehen. Der Förderverein sagt dazu dann auch auf seiner kurzen und informativen Website “… dass die noch vorhandenen Anlagen des einstigen Salzwerkes zu Kösen, einzigartig sind in ihrem Zusammenhang zwischen dem energieerzeugenden Wasserrad, der Kraftübertragungsanlage, dem Solschacht sowie dem eigentlichen Gradierwerk und der funktionierenden Technik.” Siehe http://www.gradierwerk-bad-koesen.de/

Karte zur 5. Etappe:  http://www.saale-radwanderweg.de/index2.htm

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Saalfeld – Jena (55 km)

  • Wetter: bewölkt trocken, später auch Sonne.
  • Strecke: Ab hier wird der Saale-Radwanderweg ein normaler Flussradweg, d.h. das Gelände ist meist flach und kleine durch die Topographie bedingte Zumutungen, wie die kurze 10prozentige Steigung bei Niederkössen bleiben die Ausnahme. Häufig sind die Wege auschließlich für die Radler angelegt und asphaltiert.

Die ersten 10 km führen durch saubere Industriegelände von Schwarza und Rudolstadt.  Da ich Rudolstadt und sein Schloss “Heidecksburg” von meinen Archivbesuchen (Thüringisches Staatsarchiv Rudolstadt) wirklich  gut kenne,  fahre ich heute an meinem zeitweiligen genealogischen Arbeitsplatz vorbei, freue mich aber am Anblick der schönen Burg.  Zwischen Rudolstadt-Cumbach und Catharinenau lange Reihe von Zwetschgenbäumen mit jetzt reifen Früchten, die zu Mundraub einladen. Schöne Ausblicke auf das linke Saaleufer mit u.a. Orlamünde, Kahla mit gegenüber liegender Leuchtenburg.

Bevor ich bereits um 14 Uhr die liebenswerte Jenaer Innenstadt erreiche,  irritiert den Ankommenden eine eigenartige Ansicht. Wie eine überdimensionierte mittelalterliche Stadtmauer schiebt sich ein  – wie es scheint – kilometerlanger Plattenbauriegel vor die Stadt. Aber dann folgt Stadtarchitektur. Ich komme gerade rechtzeitig auf den Jenaer Alten Markt, um eine SPD-Wahlveranstaltung mit Kanzlerkandidat Steinmeier mitzuerleben. Das Interessanteste sind Organisationsmaßnahmen und Bodygards, sonst das Übliche. Jena ist eine lebendige Stadt, und sie scheint an diesem Sommertag auch besonders durch junge Leute geprägt. In der Nähe des Jentowers am Nikolaiplatz zweigt die Wagnerstraße mit ihrer “On-Street-Gastronomie” ab.  Absolut südliches Flair, sogar vergleichbar mit ähnlichen Sommerabenden in Athen oder Theben.

Heute muss ich einmal ein Lob auf mein Rad, ein Staiger-Oregon, singen. Das leichte Gewicht ist beim Tragen über Treppen – nicht überall gibt es auf den Bahnsteigen Fahrstühle – und beim Einstieg in die Fahrradabteile der Bahn ein Gewinn.  Der Sattel in Verbindung mit Odlo-Radlerhose lässt Sitzprobleme gar nicht erst aufkommen. Mit den  Magura-Bremsen habe ich mühelos jederzeit volle Kontrolle und auch bei den abzubremsenden Abfahrten keine störenden Quietschgeräusche.  Ein Lob also auf die moderne Radtechnologie!

Karte zur 4. Etappe:  http://www.saale-radwanderweg.de/index2.htm

PS
Wordpress hat eine neue Galeriefunktion, die ich hier erstmals verwende. Damit entfällt Bastelarbeit hinsichtlich der Bilder.

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Ziegenrück – Saalfeld (45 km)

Bedienung der Gaststätte “Zur Linde” in Altenbeuthen: “Also, die, die in Altenbeuthen ankommen, haben das Schlimmste schon geschafft.” Und wer nicht ankommt?

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Nach einigen Überlegungen und Beratungen, wie ich die lt. Plan anstrengenste Etappe bewältigen würde, hatte ich mich letztlich für den rechtssaalischen Weg nach Paska entschieden. Auf befestigtem schön schattigen Weg bzw. Straße schob ich das Rad meist bergauf. Dann rasante Abfahrt zur Lindenmühle und Übersetzen mit der Fähre auf das linke Saaleufer mit Anstieg nach Altenbeuthen.

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Blick zurück auf die letzte Talsperre

Blick zurück auf die letzte Talsperre

Als ich um 15 Uhr an der Nikolaikirche von Saalfeld bei Milchkaffee und Kuchen sitze, lese ich von meinem Ciclo-Master 45 km ab.  Wenngleich der heutige Tag wieder anstrengend war, habe ich ihn doch genossen.  Sonnig warmes Wetter, großartige Ausblicke und gute Rastmöglichkeiten.  Zwar soll diese Etappe die anspruchvollste sein, für mich war es ein sehr schöner Tag. (Mein Albtraum bleibt die gestrige zweite Etappe.)

Unterkunft “Grüner Baum”, schöner Abendspaziergang zum Schloss = Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt.

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Saalfeld:  Caféblick – Schloss/Landratsamt Saalfeld Rudolstadt – German Street Art (Detail)

Karte zur 3. Etappe:  http://www.saale-radwanderweg.de/index2.htm

PS. Die Weichzeichnerränder waren ein Experiment, das ich sicherlich nicht wiederholen werde.

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