“Es gibt keine Maikäfer mehr” / Suchportal Europäische Geschichte ersetzt CHRONICON

Dass es einmal keine Maikäfer mehr geben würde, das hätte man sich bei den Mengen, die beispielsweise 1864 in Leipzig eingesammelt wurden, noch nicht vorstellen können. Ein über das Suchportal Europäische Geschichte gefundener überraschender Zeitungsfund zeigt uns das sehr anschaulich, und er ist Anlass für diesen Artikel.

Als mehr als 100 Jahre später der Liedermacher Reinhard Mai (1973 Youtube) sang “Es gibt keine Maikäfer mehr”, war auch für mich das jährliche Maikäfersammeln noch in recht guter Erinnerung, wenn auch die ertragreichen Jahre damals schon etwas mehr als 25 Jahre zurücklagen (1945-50). Wir Kinder verglichen unsere Funde und es war wichtig, nicht nur Müller, sondern auch Schornsteinfeger zu haben. Mai bringt meine Erinnerung singend zurück:

“Würd’ ich heut’ noch einmal loszieh’n
Blieb mein Schuhkarton wohl leer
Selbst ein guter Käferjäger
Brächte keinen Schornsteinfeger
Keinen Müller, erst recht keinen Kaiser her
Es gibt keine Maikäfer mehr
Es gibt keine Maikäfer mehr”

Ein Jahrhundert weiter zurück aber muss es eine rechte Maikäferplage gegeben haben. Denn der Leipziger Fabrikant  Johann Carl Wilhelm TEUTHORN verarbeitete MAIKÄFER zu Dünger, wie eine Zeitungszeile beweist. Möglicherweise war es nur ein Versuch. Dieser erschien den Leuten damals aber offensichtlich so ungewöhnlich, ja wohl skuril, dass es eine Nachricht wert schien, die es gleichlautend in viele deutsche Zeitungsblätter  Zeitungen schaffte.

Die Münchener Abendzeitung fand das so lustig, dass sie noch eins oben d’rauf setzte, nämlich, “Also zu Guano werden die Maikäfer verarbeitet. Wir befürchteten schon – zu Salatöl!”

Man findet diese Zeilen über die Nachfolge der Suchmaschine Chronicon (siehe unten) in acht als Digitalisate zugänglichen süddeutschen Zeitungen .

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Zum Düngemittelfabrikanten Teuthorn sie auch
http://teuthorn.net/feuilleton/?p=7

Die Suchmaschine chronicon wurde zum 15. Mai 2017 abgeschaltet und durch das Suchportal Europäische Geschichte ersetzt! Sie ist zur Zeit im Netz aber auch noch über CHRONIKON zu finden.

  • Vereinigte Frauendorfer Blätter: (allgemeine deutsche Gartenzeitung, Obstbaumfreund, Bürger- und Bauern-Zeitung) / 1864
  • Bayerischer Kurier / 1864,5/8 = Jg. 8 München, 1864
  • Augsburger Tagblatt / 1864,5/8 = Jg. 35
  • Lindauer Tagblatt für Stadt und Land: Amtsblatt für den Stadtmagistrat Lindau und das kgl. Amtsgericht Lindau ; amtliches Bekanntmachungsorgan der Gemeinden Aeschach, Bodolz, Hoyren, Nonnenhorn, Oberreitnau; Reutin u. Weissensberg / 1864,1/6 = [Jg. 11]
  • Münchener Abendzeitung / 1864, 3 – 12
  • Fränkischer Kurier: Nürnberg-Fürther neueste Nachrichten ; Mittelfränkische Zeitung / 31,1/6. 1864
  • Augsburger Anzeigeblatt / 1864,1/6 = Jg. 23
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‘Fahnden nach den Ahnen’

Angekommen in der Wissenschaft!

Der Spiegel Nr. 21 /20.5.2017, S. 100-103.

Genealogy – Genealogie – Ahnenforschung – Familienforschung – Familiengeschichtsforschung

Schöne PR  -  für den Verein für Computergenealogie und die Deutsche Zentralstelle für Genealogie

Mein kleiner Rezensionsversuch in der nur für Vereinsmitglieder zugänglichen Internen Mailingliste des Vereins.

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Die Crux mit den Genealogischen Online-Datenbanken

Das Schicksal unserer in GEDCOMs gekleideten Vorfahren

  • Online-Datenbanken sind (Ver-)Sammlungsorte unserer Vorfahren.
  • Manche der Ahnen dürfen sich dort freiwillig aufhalten. Sie haben wenig Anlass zur Klage.
  • Andere werden gegen Ihren Willen gezwungen, ein Spiegelbild neben sich zu ertragen oder – viel unerträglicher – sich neben verunstalteten Klons ihrer selbst wiederzufinden.
  • Sie können sich nicht gegen Verstümmelung und Verleumdung wehren.
  • Sie haben keine Stimme. Unter den unsäglichen Kopien ihrer selbst müssen sie um ihre Identität fürchten.
  • Ohne Papiere, die in ihrer Welt Quellen heißen, können sie sich nicht einmal ausweisen.
  • Wie Sklaven auf den Markt getrieben, müssen sie das „Mätschen“ einiger Datenbankherren erdulden.
  • Ihre Hilfeschreie werden nicht gehört. Ihre Flüche dringen nicht an das Ohr ihrer Erzeuger.

HILFE!

PS. Geht es vielleicht so besser? Ich hoffe es.

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