Der Griff in mein Bücherregal (IV)

Wohnverhältnisse unserer Vorfahren – wo & wie sie wohnten

Jensen, Jürgen: Historischer Stadtbildatlas Kiel, Eine Dokumentation zu den Anfängen der Ortsbild- und Denkmalpflege um 1900, Neumünster 1986.

Mein Ururgroßvater, der Amtschirurg  Wilhelm Günter TEUTHORN, wurde im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts Bürger Kiels. Sohn und Enkel lebten bis um die Jahrhundertwende 1900 in dieser Stadt. Mit der ausgezeichneten

“Geschichte der Stadt Kiel”, hrsg. Jensen, Jürgen & Wulf, Peter, Kiel 1991.

ist in Verbindung mit dem Historischer Stadtbildatlas Kiel* ein anschauliches Bild zur Wohnsituation meiner Vorfahren möglich. Geschäft und Wohnen führten in das zwischen Markt und Förde gelegene vierte Quartier und dort in die Schuhmacherstraße 47 & 52.

Viertes Quartier mit Schuhmacherstraße

Zu den Wohn- und Besitzverhältnissen in den vier Quartieren der Stadt sind die Ausführungen von Ulrich Lange eine erhellende Quelle (Geschichte). Aufgrund der Fotos und Zeichnungen des Bildatlas hat man den Haustyp und die Grundstückabmessungen beispielhaft vor Augen. Hinter schmalen der Straße zugewandten Giebelfassaden (6 – 9.5 m) erstreckten sich bis zu 30 m lange Grundstücke mit Hinterhäusern und engen Höfen.

Wenn man nun noch die Volkszählungsergebnisse zu Rate zieht, findet man die auf diesem Raum lebende Personenzahl in der jeweiligen Familienstruktur.

Das Haus Nr. 52 (wohl mehr zur Förde als zum Markt hin gelegen) hat 4 Etagen, einen Keller, offensichtlich kein bewohntes Hinterhaus und beherbergt im Jahre 1860 zweiunddreißig (32) Personen!

  • Das Parterre nimmt das Ehepaar Teuthorn mit erwachsenem Sohn, Barbiergesellem, Lehrlingen und Dienstmädchen ein (7 Personen).
  • 1. Stock vier Personen = Familie des Hauseigentümers Fritz Oetjung wohnt großzügig
  • 2. Stock jeweils drei/vier/vier Personen in drei Wohnungen
  • 3. Stock drei Personen
  • Im Keller sechs Personen
  • (eine Person ohne Familie)

Teilansicht Kiel 1588 mit Nikolaikirche und Schloss. Die Schuhmacherstraße führt direkt südlich der Nikolaikirche zur Förde. Hinter einem der Giebel lebte (250 Jahre später) die Familie des Amtschirurgen Teuthorn.

Die hier genannten Sachverhalte auch in Teuthorn, Peter: Die Familie Teuthorn-Nagel – Von Frankenhausen über Kiel in die Welt, 2016

*) Der Stadtatlas wird zur Zeit im ZVAB für etwa 10 € angeboten.

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In der Reihe ‘Griff in mein Bücherregal’ auch:

I   Ulrich Wehler
II  van Dülmen
III Fontane

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LESENSWERT & KURZWEILIG – eine Rezension

REZENSION zu meinem eBook aus Juli 2017 – erst jetzt gesehen.

“LESENSWERT & KURZWEILIG geschrieben.
Ein Aufruf an alle Genealogen, ihre Forschungsergebnisse doch einmal zu publizieren und nicht vor der Allgemeinheit zu verstecken, ohne den mahnenden Finger zu heben. – Macht nachdenklich und animiert, selbst zum Stift bzw. zur Tastatur zu greifen und seine eigenen Ergebnisse zu veröffentlichen.”
(Geiger.zähler)

UND wann greift ihr zum Stift?

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(Noch einmal) Christian Bachmann & Messenthin

Publizieren nimmt heutzutage verschiedene Wege nebeneinander. So erschien der Artikel über die Benennung eines Platzes in Pölitz-Messenthin / Police-Mścięcino nach dem Fotografen Christian Bachmann jetzt, Ende August 2017, wie ursprünglich geplant als Druckversion in der Ausgabe des Stettiner Bürgerbriefs 2017. Zuvor war der Text zu dem Ereignis aus April 2016 bereits vor nun fast genau einem Jahr schon per Internet und damit zeitnäher im Blog des ‘Pommerscher Greif e.V.’ erschienen. Continue reading

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