
Karl-May-Stele
Die Jahrestagungen der Arbeitsgemeinschaft für Mitteldeutsche Familienforschung (AMF), führen immer an interessante Orte, in diesem Jahr nach Hohenstein-Ernstthal, der Geburtsstadt Karl Mays.

Hotel Bürgerhof im Stadtteil Wüstenbrand
Tagungsort war dort vom 3. bis 5. Mai das Hotel Bürgerhof. Die Vorträge des Rahmenprogramms hatten zwei Schwerpunkte, nämlich Neues aus der Karl-May-Forschung (Harald Mischnick) sowie Ortsfamilienbücher, letztere zunächst aus Sicht eines Autors (Kurt Bartels) und dann mit Erläuterung eines dazu nötigen Werkzeugs, des Genealogieprogramms AGES (Jörn Daub). Der Programmautor stellte die diesbezüglichen Programmmöglichkeiten vor.
Natürlich war auch Zeit Continue reading →
In den Kirchenbüchern stöbern
Dammfleth hatte nie eine eigene Kirche. Also versahen die Einwohner ihren Gottesdienst in Wilster. Die dortige spätbarocke St.-Bartholomäus-Kirche wurde zwischen 1775 und 1781 errichtet. So ist es sicher, dass Nicolaus Nagel bevor er seinen Heimatort 1790 verließ, hier nahezu ein Jahrzehnt zum Gottesdienst ging.
So knapp wie nur der Mensch im Norden sich ausdrücken kann, besonders auf Platt, so karg sind die Kirchenbucheinträge aus Wilster zwischen 1690 und 1750. Meistens, nicht immer. Datum, Name, Ort. Die Namen, anders als aus Thüringen gewohnt, sind knapp und kurz. Und es sind nicht drei, sondern jeweils nur einer. Möglichst einsilbig. Frentz, Wilm, Clas. Die zwei Silben von Johann, Hinrich und Peter wirken da schon richtig verschwenderisch. Erst später, und dann wohl vor allem bei wichtigen Schriftstücken, wird in der Stadt aus Clas über Niclas ein Nicolaus. Allerdings sind die Einträge der nächsten 50 Jahre dann Gott sei Dank doch aussagefähiger.
Die in den Kirchenbüchern erwähnten Herkunfts- und Lebensorte liegen in einem engen Umkreis um Dammfleth herum. Sie heißen Rumfleth, Hochfeld, Rotenmeer, Wewelsfleth, Hohenfelde, und sie sind damals wie heute eigentlich nur verstreute kleine Häuseransammlungen beziehungsweise Hofstellen.

Greif am Rubenow-Denkmal. Feierlich enthüllt am 17. Oktober 1856. (c) 2013 Peter Teuthorn
Sicherlich war meine Heimatstadt in alter Zeit noch von Wäldern umgeben. In diesen konnte die Phantasie auch wohl den Greifen vermuten, jenes Wappentier der pommerschen Herzöge, das ururalt ist. Beides, Greif und Wald schmücken das Greifswalder Wappen. Eine schöne Darstellung des Wappentieres findet sich auch auf dem Denkmal für Heinrich Rubenow, Bürgermeister der Stadt und Gründer der Universität (1456).

Greifenmotiv aus dem Inneren des Apollontempels zu Didyma - (c) 2013 Peter Teuthorn
Natürlich sucht ein Greifswalder überall nach seinem Wappentier, und sei es dass er dafür die Türkei besucht. An der Ionischen Küste wird er im hellenistischen Tempel von Didyma fündig. Rund 1 1/2 Jahrtausende vor der Greiswalder Uni-Gründung ließ hier der Tempelarchitekt das Fabeltier aus Marmor meißeln.