Der missverständlich überbewertete Stammbaum

Begriffe in der FamilienforschungWelche brauchen wir überhaupt?

Besonders Anfänger tun sich häufig schwer mit den Begriffen in der Famliliengeschichtsforschung. Aber nicht nur das. Der Einstieg in die vermeintlich klare Begriffswelt wird ihnen von “erfahrenen Experten”  zusätzlich unnötig erschwert.  Es fängt schon damit an, das statt Familien- häufig von Ahnenforschung geredet und damit ein Begriff verwendet wird, der zumindest die Lebenden, also wichtige Nachfahren der Vorfahren, ausschließt.

Wer das tut,  ist nach meiner persönlichen Meinung und Erfahrung arm dran. Denn er verschließt sich dem großen Reiz, der sich einstellt, wenn man  zu einem Ahnenpaar in die  Vergangenheit zurück geht – da reichen oft schon die Urgroßeltern – sich dann wieder nach vorne wendet und Kusinen und Vettern,  Nichten und Neffen zweiten und weiteren  Grades trifft.  Damit konnte ich schon Familienzweige  zusammenführen,  die nichts mehr voneinander wussten.  Oder es passierte, dass  sich Vettern und Basen nach langer Zeit nun wieder an die  gemeinsame Sandkastenzeit, die im Nebel der Vergangenheit entschwunden schien, erinnerten.

Diskussionen zu Begriffen werden in zeitlichen Abständen immer wieder in den genealogischen Mailinglisten ausgetragen, wo Puristen mit Wurzeln in der Zeit ohne Computerprogramme überlieferte Begriffe und Darstellungen oftmals in fundamentalistischer Attitüde als so unverrückbar verteidigen, dass einfache Wahrheiten daneben keinen Platz mehr haben.

Als ich mich vor etwa zwei Jahren darüber wieder einmal ärgerte, zeichnete ich mir ein eigenes Chart und nannte es “Meine Begriffswelt zu Stammtafel, Stammbaum, Ahnentafel & Co.” Darin bevorzuge ich, ausgehend von einem Probanden, einfache Darstellungen von Vorfahren und Nachfahren, wie sie gute Computerprogramme heute leicht liefern.

Aber natürlich bleiben auch im Computerzeitalter bewährte Darstellungen wichtig. Eine solche ist immer noch die Stammlinie, die unter Ausblenden der Mutterlinien den Mannesstamm bis zu einem frühesten Ahn darstellt. Besonders beliebt ist diese Darstellung bei  Adelsgeschlechtern.  Für die bürgerliche Familie TEUTHORN mache ich eine solche über knapp ein halbes Jahrtausend reichende Stammlinie hier bekannt.

Ahnenlinien umfassen in Listenform alle Vorfahrenlinien bis zum jeweilig bekannten derzeitigen Endpunkt. Diese Endpunkte sind die sogenannten Spitzenahnen. Und es ist ja der große Ehrgeiz unseres Forschens, diese Endpunkte möglichst immer weiter in die Vergangenheit zu schieben.  Wenn man aus der (Ahnen-)Liste eine (Ahnen-)Tafel macht, veranschaulichen  leere Flächen diese Endpunkte  ganz einfach in optischer Klarheit .

Wenn man andere Forscher direkter und kürzer auf diese Endpunkte aufmerksam machen möchte, wählt man die Form der Spitzenahnenliste.

Wer das bisher Gesagte als überflüssige Belehrung missverstanden haben sollte, hat möglicherweise meinen Entschluss übersehen,  erstmals eine detaillierte Stammlinie und eine vollständige Ahnentafel der Familie Teuthorn auf TeuNet zu publizieren.

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