Ein Vater kehrt nach 6 Jahren Gefangenschaft heim

Manche Fotorückseite birgt eine nicht erwartete  Information. Ein Beispiel dafür ist die Rückseite eines uns vertrauten Kinderfotos (drei Geschwister) von Anfang 1950:

Die Lagernummer verweist auf das Kriegsgefangenenlager Kiew.

Erst jetzt habe ich auf einem Exemplar entdeckt, dass ein Abzug dieses Fotos am 31.Mai 1950 an das Kriegsgefangenenlager in Kiew ging. Unser Vater muss das zerschlissene Bild immer bei sich getragen haben, denn es ist an den Rändern abgenutzt und eingerissen. Ein Jahr später wurde er nach Hamburg entlassen. Erst 1 1/2 Jahre darauf konnte der Spätheimkehrer seine Kinder am Flughafen Fuhlsbüttel in den Arm nehmen. Er hatte sie zuletzt vor siebeneinhalb Jahren gesehen. Da die DDR eine Ausreise zur Familienzusammenführung verweigert hatte, mussten Frau und Kinder zu DDR-Flüchtigen werden.

Wichtig ist für mich jetzt die auf der Karte vermerkte Lagernummer. Sie ermöglichte den letzten Aufenthalt in Russland zu identifizieren. Die Abteilung 13 des Lagers 7062 befand sich in Kiew.

3 Kinder

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