Entdeckungen auf ‚Find a Grave‘

Eine Gräberdatenbank hilft Familiengeschichte abzurunden

Nach eigener Erfahrung, und vermutlich nicht nur nach meiner, sind die allerersten und bevorzugten Quellen des Familienforschers Geburts- und Heiratsregister. Erst weit danach rangieren Sterberegister, Todesanzeigen und Grabdatenbanken. Und doch sind Informationen daraus so wichtig.

Das Sterbedatum zeigt uns das erreichte Lebensalter an. Ein Sterbedokument nennt uns möglicherweise eine zuvor nicht bekannte weitere Ehe. Ein Nekrolog kann uns eine Kurzbiographie schenken. Digitale Gedenkstätten nennen oft die Trauernden und damit noch lebende Familienmitglieder, oder wir erfahren die überlebenden Eltern, Geschwister, Kinder und Enkel. Letztres ist insbesondere in den USA üblich. Der Tod wird so zum Anlass, vom Leben zu erzählen.

Die meisten Mitglieder und Nachfahren der Großfamilie Teuthorn leben heute in den Vereinigten Staaten von Anerika. Ihre Vorfahren wanderten im Zuge der großen Auswanderungswelle der zweiten Hälfte des 19. Jaahrhunderts ein. Zu Grabdatenbanken habe ich mich schon vor mehreren Jahren im CompGen-Blog geäußert. Erst vor Kurzem entdeckte ich jedoch den besonderen Nutzen der auf der Plattform Find a Grave dokumentierten Familienbeziehungen.1. Diese Verknüpfungen werden nicht automatisch generiert, sondern sind das Ergebnis gemeinschaftlicher genealogischer Arbeit2. Als Quellen dienen nicht nur die Grabsteinaufnahmen der Friedhöfe, sondern vor allem die sogenannten Gedenkstätten (Memorials), die häufig weit über die reinen Lebensdaten hinausgehen.

Ein konkretes Beispiel

Dies ist das genormte Anzeigeschema. Per Klick auf das obige Bild öffnet sich der volle Bowserbildschirm. Im unteren Bereich (durch Scrollen nach unten) ist die Familienstruktur sichtbar. Über den Eintrag für „Fritz“ Schroter gelangt man zu dessen Tochter Maude, einer Lehrerin. An ihrem Beispiel sei im Folgeabschnitt die Familienstruktur veranschaulicht.


Auch hier per Klick zum Browser-Bildschirm, nämlich https://de.findagrave.com/memorial/123019870/maude_i-chapman


Wer seine Famile bereits erforscht hat, kann dort über die vorhandenen Grunddaten hinaus Informationen finden, die für das Schreiben einer Familiengeschichte von Wert sind. Im gezeigten Beispiel sind anlässlich des Todes verfasste zeitgenössische Zeitungsbeiträge mit Hinweisen auf die weitere Familie, auch zu Beruf und die Einbindung in das soziale Umfeld beonders hilfreich. Gelegentlich finden sich auch sehr persönliche Erinnerungen mit umfangreichen Beschreibungen von Eigenschaften und Lebensumständen des Verstorbenen, wie sie im deutschsprachigen Raum aus Zurückhaltung und Scheu vor allzu Persönlichem eher selten sind.

Reine Gedenkseiten

Digitales Gedenken beschränkt sich nicht auf Plattformen wie Find a Grave. Die Fülle solcher Gedenkseiten scheint mir nahezu unüberschaubar. Häufig lassen sie sich nur über Suchmaschinen auffinden. / Vor wenigen Tagen erhielt ich die traurige Nachricht vom Tod meines amerikanischen Cousins zweiten Grades, Alan. Die Gedenkseite für ihn ist öffentlich.

Fazit

Die Möglichkeiten von Find a Grave kombiniert mit den Hinweisen einer im weiteren Sinne verwandten Forscherin aus den USA (über Ancestry) haben die Geschichte der Nachfahren meiner während des Goldrausches nach Kalifornien ausgewanderten Verwandten in beeindruckender Weise vervollständigt.


  1. Natürlch können hier nur die verstorbenen Familienmitglieder angezeigt werden. ↩︎
  2. ChatGPT sagt: Datenbankstruktur und Weiterentwicklung laufen unter der technischen Verantwortung von Ancestry. Die Verknüpfungslogik (Eltern, Ehepartner, Kinder) ist systemseitig implementiert – nicht community-programmiert. Es besteht eine funktionale Anbindung an Ancestry-Stammbäume (Memorials können dort übernommen oder verlinkt werden). Die eigentliche Anlage und Pflege von Verwandtschaftsbeziehungen erfolgt überwiegend durch Nutzer von Find a Grave. ↩︎

Zur Famile Schroter-Teuthorn siehe auch https://teuthorn.net/feuilleton/?p=11649