Abstract: Der Text ergänzt einen früheren Aufsatz zur Familie Schroter durch neu erschlossene Quellen aus der Plattform Find a Grave. Aus Zeitungsnotizen zu Todesfällen lässt sich ein geschlossenes Familienporträt der aus und um Frankenhausen stammenden und in Nordkalifornien ansässigen Familie rekonstruieren. Im Fokus stehen der familiäre Zusammenhalt bis zum Tod des Familienoberhaupts Gunther Frederick Schroter 1905, die regionale Bindung an Shasta County sowie die Berufe, Lebenswege und sozialen Rollen der Kinder. Ein besonderer Aspekt gilt dem Einfluss der Freimaurerei mit der Wahl des Begräbnisortes, dem Shasta Masonic Cemetery. (OpenAI angepasst)
Die Geschichte dieser Familie habe ich in dem digitalen Aufsatz „Pauline und der kalifornische Goldrausch – Von Frankenhausen nach Shasta CA“ dargerstellt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den herausfordernden Reisewegen. Erst kürzlich bin ich auf eine weitere aussagekräftige Quelle gestoßen. Auf der Internetplattform Find-a-Grave finden sich für die meisten Familienangehörigen Zeitungsnotizen anlässlich ihres Todes. Aus ihnen lässt sich ein Familienporträt zusammengestellen.
Als das Familienoberhaupt am 15. März 1905 mit 77 Jahren einem Krebsleiden erliegt, sind von den acht überlebenden Kindern sechs an seinem Sterbebett und können vom Vater Abschied nehmen. Und alle acht, also auch die beiden, die wegen längerer Anreise später ankamen, nehmen am Begräbnis teil. Anlässlich der späteren Begräbnisdaten dieser Kinder erfahren wir jeweils einiges aus deren Biografie
Die Familie hielt nachweislich bis zum Tode des „Patriarchen“ Gunther Frederick eng zusammen. Offensichtlich blieben die Schroter-Kinder für lange Zeit in der Region Shasta-Redding, also dem Shasta County, auf jeden Fall aber in Nordkalifornien. Gunther Frederick starb im Haus seiner jüngsten Tochter Augusta Agnes. Sie war seit 1896 in Redding mit George Crow Strode verheiratet und einen Tag vor dem Sterbetag des Vaters 32 Jahre alt geworden.
Es folgen ein paar Skizzen, die durch Verknüpfen der Aussagen von Artikeln der lokalen Presse auf der Plattform ‚Find a Grave‘ möglich wurden.
- Oscar Alwin (1860-1880), der älteste Sohn, starb bereits in der Jugend.
- Arthur Alvin (1861-1832) Sattler in Shasta
- Otto Paul (1863-1925) Sattler in Shasta
- Gunther Frederick (Fritz) C (1864-1935) übte wie sein Vater das Handwerk des Sattlers aus.
- Frederick (Fritz) Carl (1865 1923) arbeitete in seiner Jugend in den Goldminen. 1892 heiratete er in Shasta Lizzie Gleason (1862-1932). Das Paar hatte eine Tochter, Maude Irene (1862-1961), „a Trinity County school teacher who resides in Weaverville”. Diese heiratete Frederick Edward Chapman (1891-1942). Zwei verstorbene Söhne des Paares werden auf Ancestry (Downey Family Tree) genannt.
Das Paar lebte seit etwa 1910 in Carrville. Fritz war ein kontaktfreudiger und beliebter Mitbürger, der sich für das öffentliche Wohl und die Weiterentwicklung des Gemeinwesens einsetzte. Er nahm öffentliche Ämter ein. Unter anderem war er Supervisor, Forest Ranger, Deputy Sheriff und Deputy Assessor. Das Begräbnis fand auf dem katholischen Friedhof von Redding statt. - Amelia (Emily) Emma Wilhelmine (1867-1932), war in zweiter Ehe seit Frühjahr 1895 mit John Sale STRODE verheiratet. Dessen Bruder George Crow (1845-1924) heiratete im selben Jahr ihre 6 Jahre jüngere Schwester Augusta (siehe weiter unten), in deren Haus Vater Gunther gestorben war. Die Brüder waren rund 20 Jahre älter als ihre Frauen, die sie jeweils viele Jahre überlebten. Die Familiengrabstätte zeugt von einer gewissen Wohlhabenheit.
- Grant Alfred (1869-1949) ist als Schmied (1926) in Shasta nachgewiesen. Seine 1898 geborene Tochter Nellie Malvina wurde Lehrerin. Sie heiratete James Marshal MOORE jr. und spielt für die Familiengeschichte Schroter-Teuthorn eine wichtige Rolle. Denn sie verfasste und veröffentlichte 1977 im Covered Wagon (S. 53-55) als Nellie Schroter Moore unter dem Titel Gunther C. Schroter: Entrepreneur eine Biografie ihres Großvaters, die ich mit Gewinn für oben genannten Aufsatz heranziehen konnte.
- William August (1871-1913) lebte in Redding. Es sind kurzfristige Tätigkeiten als Hotelangestellter und Leiter der Reddinger Feuerwehr bekannt.
- Augusta Agnes (1873-1961) hatte, wie oben anlässlich des Todes ihres Vaters erwähnt, den Goldminenbesitzer George Crow STRODE geheiratet.
Vater Gunther war als Freimaurer Mitglied der Western Star Lodge Nr. 2. Diese war 1851 von Benton City nach Shasta, dem Zenrum des damals neu gegründeten Shasta County, verlegt worden und besaß dort ein markantes Gebäude. Eine der wichtigsten Aufgaben der Bruderschaft war es, eine würdige Bestattung zu ermöglichen, insbesondere auch für diejenigen, die mittellos und fern der Heimat gestorben waren.
Auf dem Shasta Masonic Cemetery, der 1864 gegründet wurde und von der Western Star Nr. 2 betrieben wird, befinden sich Grabsteine einiger der bedeutendsten Persönlichkeiten der Stadtgeschichte. Einer von ihnen ist unser Gunther Frederick Carl Schroter. Auf einer Schema-Zeichnung können die Gräber der Schroters, die dort ihre letzte Ruhe fanden, lokalisiert werden. Ich fand die Plätze 26, 81,100 und 123.

Zur Bedeutung von „Find a Grave“ für die Familienforschung hatte ich mich bereits 2019 in dem Beitrag für CompGen „Die Faszination von Grabstätten“ geäußert. Nach meinem Eindruck hat der Quellenwert seitdem noch zugenommen.
Aus der Shasta-Presse: Shasta Pioneer dies in Redding1
G.F.C. Schroter breathed his last Wednesday at five p.m. / For over forty years he had been a respected resident of Shasta County – Eight children, all grown to manhood and womanhood survive – Funeral al Shasta Friday afternoon at 2 o’ Clock.
GFC Schroter, a pioneer of the Town of Shasta, died I Redding at 5’o clock Wednesday. afternoon. The end came at the home of his daughter Mrs George Strode and in the presence of all but two of his children.
His death was not unexpected. For a year past he had been failing fast, and for the past nine weeks he had been bedfast. In the hope that a surgical operation might relieve him of the Cancer from which he suffered, he was taken to San Francisco and placed in a hospital. Learning that an operation would probably prove fatal, owing to his advanced years, he requested to be conveyed to Shasta, where he could die in the old home he loved so well. – He returned to Redding last Monday morning when it was found imprudent to convey him to his home in Shasta. He was taken to the home of his daughter instead. He realized that the end was fast approaching, but he was prepared for it. He retained consciousness almost to the very last, and though the power of speech failed him, his kindly eyes looked gratitude for the loving and tender attentions bestowed upon him as he passed away.
Gunther Frederick Carl Schroter was born in Germany on June 8, 1829, making him 75 years, nine months and 7 days old. In 1852 he landed in New York and a year later he established himself in the business of harness making at Marysville in this state. Losing his business by fire, he moved to Sacramento, but he remained there only a year or two.
In 18522 he removed to Shasta, where he had ever since made his home. He continued to work on his trade of harness making up to a few years ago. He maintained shops in Redding and Shasta for a while. He was twice burned out in this city.
He held the office of supervisor in the days when Shasta was the county seat, and for eight years he was justice of the peace of Shasta township.
He was a man of remarkable industry. He was a good citizen in every walk of life and a man of sterling integrity. He was devoted to his family and his home. He was married a year or two after his arrival in America. Mrs. Schroter died in 1884 and was buried in the Shasta cemetery. To the couple were born nine children, all of whom but one are living and grown to manhood. A son Oscar was buried by the side of his mother in the Shasta Cemetery.
The surviving children are Arthur Schroter of Shasa, Otto Schroter of San Mateo, G.F.C. Schroter jr. of Shasta, Mrs. J.S. Strode of Redding, F. C. Schroter of Carrville, Grant Schroter of Shasta, William A. Schroter of Redding and Mrs. George Strode of Whiskytown. All were at the deathbed but Otto and F.C. Schroter. They will arrive in time to attend the funeral. The funeral will take place from the Union church, Shasta, at 2 p m Friday, under the auspices of Western Star Lodge No. 2, F. & A . M.