Corvinus – der tote Punkt

- hat man einen überwunden, folgt nach einem Naturgesetz der nächste.

Das Herkommen des Akziseeinnehmers Emanuel Friedrich CORVINUS lag bisher im Dunkeln. Nun fand ich in Band 6/7 des Genealogisches Jahrbuch, S. 167:

“Emanuel Friedrich Corvinus, Bg. 31.7.1749, 2 Tlr, Schneider; * Willmenrod (Westerwald), luth., 29 Jahre, ( V.  Joh. Friedrich C., Prediger in W., sp. in Weißenburg i. Els.; nicht b. Bopp. Pfarrerb.) Soldat Rgt. Bogislav Schwerin, dient noch.”

Für mich besteht kein Zweifel, dass es sich bei diesem Corvinus um den Königl. Zoll und Accise Thorschreiber handelt, dessen Heirat 1759 in Berlin indirekt nachgewiesen ist.

Aufgrund des obigen Eintrags kann man nun annehmen, das der gelernte Schneider – der Beruf überrascht mich zunächst – 1720 als Sohn des Pfarrers von Willmenrod ( PLZ 56459 ) dort geboren wurde, wahrscheinlich auf preußischer Seite am österreichischen Erbfolgekrieg teilgenommen hatte und am 31. Juli 1749 mit dem Entrichten von zwei Talern Berliner Bürger wurde. Er war zu dieser Zeit noch Soldat im Regiment  Bogislav Schwerin. Es könnte sein, dass er noch am 1756 beginnenden Siebenjährigen Krieg teilgenommen hat, aber wohl noch vor der für Preußen verheerenden Schlacht bei Kunersdorf (12.8.1759) aus dem Heer entlassen wurde. Soweit der mögliche Lebensweg.

Das eigentlich Weiterführende der Quelle aber ist sein Vater. Denn damit löst sich ein bisheriger “Toter Punkt” auf und macht gleich Platz für den nächsten.

Wer war dieser Johann Friedrich Corvinus. Der Name und sogar sein Beruf führen uns nicht unbedingt sofort weiter. Er hat ja im Grunde einen Allerweltsnamen, nämlich zunächst den in dieser Zeit en masse vorangestellten Johann, dann ein ebenso wenig aussagefähiger Friedrich und dann der so häufig latinisierte Rabe.  Er scheint nicht mit seinem Namens- und Berufsvetter Johann Friedrich Corvinus, dem Pfarrer zu Hornburg bei Halberstadt und Verfasser einer Reihe streitbarer Religionsschriften ( siehe VD17 – digitalisierte Schriften des 17. Jahrhunderts ) identisch zu sein. Wenn er dessen Sohn gewesen wäre,  hätte er das ja wohl bei seiner Einbürgerung zu Protokoll gegeben. Sein Vater war also Pfarrer in Willmenrod, später dann im elsässischen Weißenburg/Wissembourg. Die nachfolgenden Kürzel des Eintrags – nicht b. Bopp. Pfarrerb – kann ich nicht deuten. Evtl “nicht im Bopparder Pfarrerbuch”?

Nächste Recherche-Schritte? Kirchenbuch Willemrod, einschlägige Pfarrerchroniken/ -bücher. Oder hoffe ich auf  Kommissar Zufall?


[1] Genaralmajor Philipp Bogislav von Schwerin war von Februar 1746 bis November 1750 Chef des  Infanterie-Regiments Nr. 13, Regiment zu Fuß. Quelle: www.preussenweb.de.

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