Postengeschiebe im Jahr 1770 – hessisches Amt Battenberg

Biographische Notiz zu Georg Teuthorn (1733-1821), Amtmann zu Burggmünden

Vor nun schon Jahren erschien zu den hessischen Teuthorns in der Hessischen Familienkunde ein umfangreicher Aufsatz.

Teuthorn, Peter (2006): Die Hessischen Teuthorns. Eine Amtmannfamilie in der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt des 18. Jahrhunderts, in: Hessische Familienkunde Band 29 (Heft 4/2006), (Sp.) 251-280.

Damals war mir ein gewisser Umstand im beruflichen Werdegang Teuthorns nicht bekannt. Dieser wird im ersten Band des zu Johann Heinrich Merck herausgegebenen Briefwechsels erwähnt. Neben dem biographischen Wert erhellt diese Begebenheit auch bestimmte politische Gepflogenheiten, die bei der Vergabe von Verwaltungsposten in der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt offensichtlich nicht unüblich waren. Um einen guten Bekannten auf die gewünschte Professur in Gießen zu bringen, braucht Merck eine freie Verwaltungsstelle für dessen Vorgänger und fädelt eine Rochade ein, deren Opfer Teuthorn wird. Briefwechsel / Johann Heinrich Merck. Hrsg. von Ulrike Leuschner … Bd. 1

Johann Heinrich Merck (1741-1791) war Herausgeber, Redakteur, Naturforscher und ein Jugendfreund Goethes. In den Jahren 1767 bis 1774 war er in Hessen-Darmstadt Sekretär der Geheimen Kanzlei, Kriegszahlmeister und Kriegsrat. In diese Zeit fällt eine Versetzung des späteren Amtmanns Teuthorn in Burggmünden.



Natürlich ist ein Darmstadt-Hessischer Amtmann im Vergleich zu den Gesprächspartnern und künstlerisch sowie politisch handelnden Personen des Goethefreundes Merck eine relativ unbedeutende Persönlichkeit, und doch hätte der Herausgeberin und ihrem Team die Verwechselung (siehe Fußnote 6 auf Seite 188 der Wallstein-Ausgabe) des Amtmannes Teuthorn mit dessen Bruder, dem schriftstellernden Historiker und Hofrat Georg Friedrich Teuthorn nicht passieren dürfen.

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