Der Griff in mein Bücherregal (II)

Richard van Dülmen

Willkürliche Auszüge:

[...] unabhängig von der Größe eines Hofes, die eigentliche Kernfamilie klein war; die ländliche Großfamilie in der Vormoderne ist ein Mythos. (I 24)

Während im 16. Jahrhundert allgemein die Kleidung der Männer farbiger und auffallender war als die der Frauen, trat seit dem 17. Jahrhundert die Damenmode entschieden in den Vordergrund. (I 57)

Der meiste Unrat wurde auf die Straße gekippt oder einfach in die Flüsse geworfen. (I 61)

[...] ein eigentliches Sauberkeitsbewusstsein entwickelte sich nicht vor dem 18. Jahrhundert. Am ehesten war noch das Waschen von Kleidung, Wäsche und Geschirr verbreitet. (I 78)

Da nach allgemeiner Überzeugung Paare, die sich das Eheversprechen gegeben hatten, bereits ohne Trauung vor Gott und Gesellschaft als Eheleute galten,  war der ‘voreheliche Geschlechtsverkehr’, d.h. der Beischlaf vor der öffentlichen Eheschließung bzw. der kirchlichen Trauung, seit alters üblich und nicht diskriminiert, … (I 144)

Richard van Dülmen:
Kultur und Alltag in der Frühen Neuzeit,
München 1990-1994, 3 Bände

  • Das Haus und seine Menschen
  • Dorf und Stadt
  • Religion, Magie, Aufklärung

Die Kulturgeschichte van Dülmens vom Ausgang des Mittelalters bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bietet den kulturgeschichtlichen Hintergrund zu drei Jahrhunderten unserer Familiengeschichtsforschung.

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In der Reihe ‘Griff in mein Bücherregal’ auch:
I    Ulrich Wehler
II   van Dülmen
III Theodor Fontane

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